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XRDesktop: Valve und Collabora bringen den Linux-Desktop in VR-Umgebungen

Das kürzlich ins Leben gerufene Projekt XRDesktop soll Linux-Desktop-Umgebungen wie Gnome und KDE Plasma mit VR-Headsets komfortabel bedienbar machen.

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Die XRDesktop-Entwickler zeigen, wie man via VR bequem klassische Linux-Desktops bedienen kann.

(Bild: Collabora / YouTube )

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Gnome, KDE Plasma und weitere Linux-Desktops sollen künftig auch in Virtual-Reality (VR)-Umgebungen laufen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das britische Unternehmen Collabora das Projekt XRDesktop ins Leben gerufen. Steam-Betreiber und Spieleentwickler Valve unterstützt die Entwicklung finanziell.

Wie Collaboras Ankündigung zu dem neuen Open-Source-Projekt zu entnehmen ist, konzentrieren sich die beiden Unternehmen vor allem auf VR-Headsets. Diese lassen sich derzeit zwar unter Linux nutzen, eine Anwendung kann jedoch über die entsprechenden Schnittstellen wie SteamVR oder Monado nur direkt auf die Displays zeichnen. Damit umgeht sie Desktop-Umgebungen, die die VR-Brille wiederum nicht erkennen und ihre Fenster folglich nicht in der virtuellen Umgebung anzeigen können.

Zwar existieren bereits spezielle Desktop-Umgebungen für VR-Headsets. Diese sind aber entweder nur auf eine virtuelle Umgebung zugeschnitten oder spiegeln ein 2D-Bild des Desktops auf das Display der VR-Brillen. Diese Situation möchte Collabora mit dem XRDesktop-Projekt ändern: Die entstehende Software soll bestehende Desktop-Umgebungen mit dem Display in der VR-Brille zusammenführen.

Ihren Fokus legen die Entwickler derzeit auf die bekanntesten Desktop-Umgebungen Gnome und KDE Plasma, prinzipiell soll XRDesktop aber auch mit beliebigen anderen Desktop-Umgebungen kompatibel sein.

Teil von XRDesktop sind Plugins für den Fenstermanager KWin aus KDE Plasma sowie Patches für die Gnome Shell aus Gnome. Durch diese Erweiterungen können die beiden Desktop-Umgebungen das Display im VR-Headset ansprechen und dorthin geöffnete Fenster spiegeln.

Ergänzend kennt XRDesktop einen Overlay-Modus, in dem die Fenster über den Ausgaben einer anderen VR-Anwendung liegen. XRDesktop zeichnet dabei die Fenster mit den bestehenden VR-Schnittstellen als 3D-Objekte. Dank dieser Arbeitsweise ist kein spezieller, auf die VR-Umgebung zugeschnittener Compositor mehr nötig. XRDesktop funktioniert derzeit offiziell nur unter X11, zukünftige Versionen sollen jedoch auch Wayland unterstützen.

Im Podcast zeigen die Entwickler XRDesktop in Aktion.

Die Eingaben von speziellen VR-Controllern wertet XRDesktop aus und leitet sie an die Desktop-Umgebung weiter. Damit lassen sich dann Anwendungen unter anderem mit dem Valve Index- oder dem VIVE Wand-Controller steuern.

XRDesktop selbst besteht aus mehreren, in der Programmiersprache C geschriebenen Bibliotheken, deren Zusammenspiel Collabora in seiner Ankündigung eingehend erläutert. Den Quellcode finden Interessierte auf Freedesktop.org.

Das Projekt-Wiki zu XRDesktop beinhaltet eine Installationsanleitung, die sich im Falle einiger Linux-Distributionen bereits auf fertige Installationspakete und andernfalls auf den Sourcecode stützt. (ovw)