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Xbox 2 mit 3,5-GHz-CPU

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Gerüchte um den Nachfolger der Xbox-Konsole kursierten schon länger im Internet. Jetzt ist zum ersten Mal ein detailliertes White-Paper aufgetaucht, in dem Pete Isensee, Entwicklungs-Chef der Xbox Advanced Technologie Group, einen Ausblick auf die kommende Microsoft-Spielkonsole mit Codenamen "Xenon" gibt. Demnach hat sich Microsoft bei der Entwicklung auf einen Ausbau der CPU- und GPU-Leistung konzentriert und bisherige Leistungsflaschenhälse der Xbox beseitigt. Die Informationen in dem Dokument entsprechen auch den Vereinbarungen, die Microsoft bereits mit einigen Chip-Herstellern getroffen hat, darunter IBM für die Prozessoren, ATI für die Grafikchips und SiS für I/O-Technik.

Als CPU soll laut dem Papier eine speziell für die "Xenon" entwickelte IBM-Power-PC-CPU mit mindestens 3,5 GHz und drei unabhängigen Prozessorkernen zum Einsatz kommen, die bis zu 21 Milliarden Instruktionen pro Sekunde verarbeiten kann. Jeder Kern verfügt über zwei symmetrische Hardware-Threads, sodass die CPU bis zu sechs Threads gleichzeitig bearbeiten kann. Dazu kommen insgesamt drei jeweils 32 KByte große Level-1-Data- und -Instruction-Caches und ein 1 MByte großer Level-2-Cache. Neben einer schnellen Vector-Einheit soll auch ein neuer Kopierschutz direkt in die CPU verlötet werden, um Hacking und Raubkopien zu verhindern.

Der Xenon-Graphic-Prozessor wurde von ATI entwickelt und läuft mit mindestens 500 MHz. Er umfasst 48 ALUs (Arithmetic Logic Units) die dynamisch die Berechnungen der Pixel- und Vertex-Shader übernehmen können. Insgesamt sollen bis zu 48 Milliarden Shader-Operationen pro Sekunde möglich sein. Die Xenon-GPU soll in einigen Funktionen weit über die DirectX-9-Spezifikationen und die Shader-Versionen 3.0 hinausgehen.

Die Xenon-Konsole soll HDTV-Auflösungen bis 720p und 1080i unterstützen. Dank eines Resize-Filters sollen sich die Bildschirmauflösungen der Spiele dynamisch an das jeweilige Ausgabegerät anpassen. Neben Fernsehgeräten und -Projektoren soll man auch VGA-Monitore anschließen können. Bisher hat Microsoft 256 MByte RAM mit einer Transferrate von 22,4 GByte/s vorgesehen; das Memory wird als gemeinsamer Haupt- und Grafik-Speicher genutzt. Der Frontside-Bus kann mit bis zu 10,8 GByte/s schreiben und 10,8 GByte/s lesen.

Die CPU soll ebenfalls für die Berechnung der Audio-Kanäle eingesetzt werden und die Klänge in einem neuen XMA-Kompressionsformat speichern, das auf WMA pro basiert. Laut Microsoft soll die CPU hunderte von Audio-Strömen mit Umgebungseffekten gleichzeitig verarbeiten können.

Kontakt zur Außenwelt hält die Konsole durch USB-2.0-Ports, über die Controller und auch diverse Speichermedien angeschlossen werden können. Als Speicher sind bisher nur Module mit einer Kapazität von 64 MByte vorgesehen, die direkt an der Konsole angeschlossen werden. Nach wie vor ist unklar, ob die Xenon-Konsole eine eingebaute Festplatte haben wird. Microsoft denkt auch über eine Upgrade-Option nach oder will das Speichern von Spielständen über den Online-Dienst Xbox Live und auf Netzwerk-PCs ermöglichen, die über die Ethernet-Schnittstelle mit der Konsole verbunden sind.

Die Spiele sollen weiterhin auf speziellen zweilagigen DVDs mit einer Kapazität von bis zu 6 GByte verkauft werden. Das interne DVD-Laufwerk wird sie nach den Angaben des Entwickler-Dokuments mit bis zu 12facher Geschwindigkeit auslesen. Obwohl die Xenon-Konsole völlig anders arbeitet als die Xbox, schließt Microsoft nicht kategorisch aus, dass die alten Spiele auch auf der neuen Konsole laufen werden. Die neue CPU erfordere es zwar, Spiele auf Multithreading zu optimieren, die Rechenleistung reiche aber aus, um die alte Xbox zu emulieren. Allerdings seien dafür sehr umfangreiche Kompatibilitätstest nötig. Laut dem Papier soll die Konsole noch 2005 auf den Markt kommen. (hag)