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Xenongate: Kamera-Blitz schaltet Raspberry Pi 2 aus

Der Raspberry Pi 2 ist kamerascheu: Wird in seiner Nähe ein Xenon-Blitz ausgelöst, schaltet sich der Kleinstrechner sofort ab. heise online konnte das Problem nachvollziehen. Der Raspi stürzte bei uns sogar in einem halbdurchsichtigen Gehäuse ab.

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Xenongate: Kamera-Blitz schaltet Raspberry Pi 2 aus

Der Kleinstcomputer Raspberry Pi 2 mag nicht fotografiert werden: Sobald in der Nähe ein Xenon-Blitz ausgelöst wird, stürzt der Raspi komplett ab – um ihn wiederzubeleben, muss man das USB-Stromversorgungskabel abziehen und wieder anstecken. Xenon-Blitze kommen in den meisten Kameras zum Einsatz. Entdeckt wurde das Blitzproblem von einem User des offiziellen Raspberry-Pi-Forums.

Wir konnten das seltsame Verhalten in der Redaktion nachvollziehen: Sobald wir unser leistungsstarkes Systemblitzgerät in weniger als einem Meter Entfernung zum Raspi 2 auslösten, wurde sofort der Bildschirm schwarz. Dabei machte es keinen Unterschied, ob wir die nackte Raspberry-Platine anblitzten oder den Minicomputer vorher in ein halbtransparentes Gehäuse steckten. Legt man allerdings ein Stück Pappe oder ähnliches über den Raspi, macht ihm der Blitz nichts mehr aus.

Video: So sieht es aus, wenn man einen Raspberry Pi 2 "ausblitzt".

Verursacher für den Hänger ist vermutlich ein Bauteil, das für die Onboard-Spannungsversorgung zuständig ist. "U16" erzeugt aus den 5 Volt vom Mikro-USB-Anschluss die intern nötigen Spannungen. Der Hersteller hat dafür einen Chip ohne Gehäuse gewählt und direkt auf die Platine gelötet. Blitzt man ihn an, bringt der im nackten Silizium auftretende photoelektrische Effekt die Spannungsregelung aus dem Tritt: Die Onboard-Spannung schwankt heftig, der Prozessor stürzt ab. Problematisch ist dabei die rapide Helligkeitsänderung durch den Xenon-Blitz und die enorme Lichtmenge.

"U16", der kamerascheue Übeltäter.

(Bild: heise online)

Denn das LED-Fotolicht vieler Smartphones reichte bei unseren Tests nicht aus, um den Raspbery Pi 2 zum Absturz zu bringen. Die Vorgängermodelle (Raspberry Pi 1, Model B und B+) erwiesen sich in unserem Test als resistenter gegen Xenon-Blitze: Auch wenn man direkt auf die CPU blitzt, bringt das den Rechner nicht aus dem Tritt.

[Update]

Die Raspberry Pi Foundation hat den Fehler jetzt offiziell bestätigt. Nur Xenon-Blitzgeräte und Laserpointer würden einen Absturz auslösen, andere helle Lichtquellen (Sonne) bereiten dagegen keine Probleme. Man würde nun überlegen, wie man künftige Revisionen blitzsicher machen kann. Als Spontan-Bugfix empfiehlt die Pi Foundation, das U16-Bauteil mit einem Klecks Sugru oder Blu-Tack (hierzulande auch als Patafix oder Multifix im Handel) abzudecken. (ea) / (jkj)

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