Xerox will HP-Verwaltungsrat auswechseln und dann HP kaufen

Xerox will HP übernehmen, was HP ablehnt. Nun versucht Xerox, die Entscheidungsträger bei HP auszutauschen.

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(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)

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Xerox lässt nicht locker beim Versuch, HP, Inc. zu übernehmen. HP lehnt das feindliche Übernahmeangebot ab. Der HP-Verwaltungsrat hält die eigene Aktie für wesentlich unterbewertet und Xerox' Offert für viel zu gering. Xerox reagiert mit einer aggressiven Strategie: Es möchte kurzerhand die Entscheidungsträger bei HP durch eigene Vertrauensleute ersetzen. Gelegenheit dazu gäbe es bei der diesjährigen HP-Jahreshauptversammlung.

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Am Donnerstag hat Xerox die eigene Kandidatenliste mit elf prominenten Managern veröffentlicht. Sie haben Managementerfahrung bei Konzernen wie großen Fluggesellschaften, Hotelketten, Telecom-Unternehmen, Pharmafirmen, Finanzfirmen, und Autovermietern. "Wir glauben, dass es für HP-Aktionäre besser sein wird, eine neue Gruppe unabhängiger Verwaltungsräte zu haben, die die Herausforderungen des Betriebs eines globalen Konzerns besser verstehen und die den Mehrwert erkennen, der durch die Synergien mit Xerox entstehen kann", sagte Xerox-CEO John Visentin.

Dazu kam noch eine schlechte Nachricht für den HP-Verwaltungsrat: Xerox habe es tatsächlich geschafft, eine Finanzierung für das 24 Milliarden US-Dollar schwere Übernahmeangebot Xerox an HP auf die Beine zu stellen. Bei HP hält man wenig von der unerbetenen Kandidatur: "Wir glauben, dass diese Nominierungen im Eigeninteresse Xerox sind, um deren Angebot voranzutreiben, das HP signifikant unterbewertet und für HP-Aktionäre riskant ist", schreibt HP.

HP habe "zahlreiche Gelegenheiten, eigenständig langfristig nachhaltigen Mehrwert" zu erwirtschaften. Daher sei Xerox' Übernahmeangebot an HP zu niedrig. Zudem stellt der amtierende HP-Verwaltungsrat den eigenen Aktionären umfangreiche Aktienrückkäufe in Aussicht, was häufig den Aktienkurs antreibt.

Als Strippenzieher hinter Xerox-Vorgehen vermutet HP den bekannten Multimilliardär Carl Icahn. Er ist mit 12,6% der Anteile der größte Xerox-Teilhaber, hält aber auch 5,1% an HP. Seine Interessen seien nicht mit den Interessen der übrigen HP-Aktionäre im Einklang, meint HP. Icahn würde überproportional von einer zu billigen Übernahme profitieren.

Der Termin für HPs Jahreshauptversammlung steht noch nicht fest. Letztes Jahr fand sie Anfang April statt. Die Aktienkurse beider Firmen veränderten sich Donnerstag weder vor noch nach Börsenschluss in auffallendem Maße. (ds)