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Xfce wird Standard-Desktop bei Debian 8.0

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Es ist vollbracht: Mit einem Patch von nur zwei Zeilen hat Debian-Maintainer Joey Hess den Standard-Desktop der kommenden Debian-Version 8.0 "Jessie" von Gnome auf Xfce umgestellt. Endgültig ist die Entscheidung aber noch nicht: Hess kündigte an, die Entscheidung im August 2014 noch einmal überdenken zu wollen, bevor der Freeze für das nächste Debian Stable Release beginnt. Sofern sich nicht massive Probleme und Unverträglichkeiten mit anderen Paketen zeigen oder es zu einem Aufschrei der Debian-Anwender kommt, ist aber nicht davon auszugehen, dass es sich die Debian-Maintainer noch einmal anders überlegen.

Ein Grund für den Wechsel des Standard-Desktops ist, dass aktuelle Gnome-Versionen stark von Systemd als Init-System abhängig sind, sich die Debian-Entwickler aber auch eine Umstellung auf Upstart offen halten wollen. Durch den jetzt vollzogenen Wechsel auf den Xfce-Desktop bleiben beide Init-Varianten weiter im Spiel.

In der Praxis bedeutet der Wechsel des Standard-Desktops, dass Xfce nun sehr viel mehr Aufmerksamkeit von den Debian-Anwendern und -Entwicklern erhalten dürfte. Das führt üblicherweise zu einem Entwicklungsschub, weil die Anwender sich mit dem neuen Desktop auseinander setzen müssen und auch sämtliche Distributionstests mit dem Standard-Desktop durchgeführt werden. Da finden sich oft bislang unbekannte Fehler und Ungereimtheiten – die dann meist auch schnell behoben werden, da sie ja nun eine große Anzahl an Anwendern betreffen.

Auch dürfte der Wechsel die Zahl der Xfce-Nutzer kräftig steigern: zwar werden Gnome, KDE und LXDE auch weiterhin als alternative Desktops angeboten, die Erfahrung zeigt aber, dass viele Anwender bei der Vorgabe bleiben. (mid)