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Xperia XZ2: So nimmt Sonys Highend-Smartphone in HDR auf

Zu den herausstechenden Features des Sony-Flaggschiffs gehört die 4K-Videoaufnahme mit erweitertem Kontrastumfang. Wir haben einen Blick auf die Funktion geworfen.

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Ganz so drastisch sind die Unterschiede dann doch nicht: Im rechten Bild spiegelt sich die Deckenbeleuchtung.

(Bild: heise online / Nico Jurran)

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Sony hat auf dem Mobile World Congress (MWC) mit dem Xperia XZ2 und dem Xperia XZ2 Compact zwei neue Flaggschiff-Handys vorgestellt, die sich vor allem bei Videoaufnahmen von Konkurrenzprodukten absetzen sollen. Laut Hersteller handelt es sich weltweit um die ersten Smartphones, die in der Lage sind, ultrahochaufgelöste "4K"-Videos mit erhöhtem Kontrastumfang aufzunehmen.

Untermauert wird diese Behauptung mit einer Erhebung des SpecTrax-Dienstes von Strategy Analytics, mit Stand 22. Dezember 2017. Das Timing könnte tatsächlich in diesem Punkt ein kritischer Faktor sein: Bekannt ist nämlich, dass in den Sony-Handys wie in den Samsung-Flaggschiffen S9 und S9+ jeweils Qualcomms Snapdragon 845 steckt, den der Chip-Hersteller offensiv mit 4K/HDR-Recording bewirbt.

Vorführung auf dem MWC mit Liveaufnahmen im SDR- und HDR-Format.

(Bild: heise online / Nico Jurran)

Hat Sony also das Rennen auf den letzten Metern gegen Samsung verloren? So einfach scheint es dann doch nicht zu sein: Auf dem Messegelände ist mittlerweile Gesprächsthema, dass Qualcomm angeblich in seiner Pressemitteilung zu den Samsung-Flaggschiffen die Formulierung "Ultra HD Premium capture for cinema-quality video" durch die unverbindlichere Aussage "immersive camera experience" ersetzt habe. Samsung schweigt sich zu dem Thema in seiner Presseinformation komplett aus.

Doch interessanterweise scheint auch Sony bislang nicht die vollen Fähigkeiten des Snapdragon 845 zu nutzen, wie heise online bei einer Präsentation der 4K/HDR-Aufnahmefunktion erfuhr.

Das Xperia XZ2 (ab 430,59 €) und das Xperia XZ2 Compact (ab 379,99 €) speichern die ultrahochaufgelösten Videos mit dem auch bei Ultra HD Blu-rays und 4K-Videostreaming genutzten erweiterten Farbraum BT.2020. Für die Aufzeichnung des HDR-Bildes kommt bei den Smartphones jedoch nicht HDR10 oder Dolby Vision zum Einsatz, sondern das vor allem für den Broadcast-Einsatz entwickelte HLG (Hybrid Log-Gamma).

HLG ist ein statisches Verfahren mit einer Farbtiefe von 10 Bit, kann für sich aber den Vorteil der Abwärtkompatibilität zu herkömmlichem SDR-Material (Standard Dynamic Range) verbuchen, die eine Übertragung des Videobildes mit Standard- und erweitertem Kontrast in einem einzigen Stream möglich. Zudem unterstützt praktisch jeder aktuelle 4K-Fernseher und AV-Receiver die Wiedergabe beziehungsweise Durchleitung von HLG-Videos. Ältere Modelle wurden in den vergangenen Monaten oftmals per Firmware-Update für das Format fit gemacht.

Bei der Vorführung war das HLG-Bild gegenüber der SDR-Variante sichtbar besser. In hellen Bereichen des SDR-Bildes war das Clipping so stark, dass Details komplett verschwanden.

Nun aber zur angesprochenen Einschränkung: Die Adreno 630 genannte GPU des Snapdragon 845 soll nach bisherigen Informationen eigentlich 4K/HDR-Aufnahmen mit einer Wiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde ermöglichen. Sony erklärte auf Nachfrage jedoch, dass mit dem Xperia XZ2 und dem Xperia XZ2 Compact lediglich ultrahochaufgelöste Aufnahmen im HLG-Format nur mit bis zu 24 Bildern pro Sekunde möglich seien. (nij)