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Yahoo-Hacks: Verizon und Altaba zahlen 50 Millionen Dollar Entschädigung

Viele Betroffene der Yahoo-Hacks von 2013 und 2014 können sich freuen: Verizon und Altaba zahlen ihnen eine Entschädigung – aber nicht allen.

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Yahoo!

(Bild: dpa, John G. Mabanglo)

Yahoo hat eingewilligt, 50 Millionen US-Dollar an die Opfer der Yahoo-Hacks von 2013 und 2014 zu zahlen. Die Kosten sollen von Verizon, das Yahoo 2016 für 4,5 Milliarden US-Dollar übernommen hatte und der US-Beteiligungsgesellschaft Altaba Inc., unter der Yahoo jetzt läuft, aufgeteilt werden. Das berichtet die US-Ausgabe der Financial Times am Dienstag. Demnach sollen Entschädigungen an geschätzte 200 Millionen Betroffene aus den USA und Israel gezahlt werden. Einige Betroffene hatten Sammelklagen gegen Yahoo eingereicht, jetzt habe man sich geeinigt.

Entschädigungen erhalten demnach Einzelpersonen und kleinere Geschäftskunden, die durch die beiden Hacks Verluste oder sonstige Schäden hinnehmen mussten. Darunter fallen Identitätsdiebstahl, verspätete Steuerrückerstattung und Schäden im Zusammenhang mit Datenverlusten. Nutzer der Premium-Dienste von Yahoo haben dem Bericht der Financial Times nach einen Anspruch auf 25 Prozent von dem, was sie an Yahoo gezahlt hatten. Außerdem müssen die beiden Unternehmen Verizon und Altaba den Geschädigten zwei Jahre lang eine Kreditüberwachung und eine Identitätsdiebstahl-Schutzversicherung bezahlen. Unabhängig davon müsse Yahoo zusätzlich die Anwaltskosten der Kläger in Höhe von 35 Millionen US-Dollar übernehmen.

Die erzielte Einigung unterliegt noch der Zustimmung der zuständigen Richterin des Northern District of California, Lucy Koh. Die Anhörung ist für den 29. November angesetzt.

Im August 2013 war es Angreifern gelungen, etwa drei Milliarden Nutzerkonten von Yahoo zu hacken und dabei persönliche Daten wie Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten, Passwörter und Sicherheitsfragen zu erbeuten. Im Dezember 2014 kam es zu einem zweiten Angriff, der unabhängig vom ersten Hack erfolgte. Er wurde von einem 27-jährigen Kanadier begangen, der mittlerweile verurteilt worden ist. Mitangeklagt sind zwei russische Spione und zwei staatlich unterstützte Hacker, die bisher nicht gefasst wurden. Der Kandier hatte bei dem Hack ebenfalls sensible Kunden- und Login-Daten von etwa 500 Millionen Nutzerkonten erbeutet und den russischen Geheimdienstlern zugängig gemacht.

Das Sicherheitsteam von Yahoo erfuhr von dem Hack bereits nach 14 Tagen, ohne aber den Vorfall näher zu untersuchen. Die Öffentlichkeit wurde erst zwei Jahre später davon im September 2016 informiert. Zu diesem Zeitpunkt war der Hacker bereits wieder mehrfach aktiv gewesen und in Webmail-Konten eingedrungen.

Nach Ansicht der US-Börsenaufsicht SEC erfolgte die Meldung über den Hack von 2014 deutlich zu spät. Die SEC sah dadurch Investoren getäuscht. Altaba hatte deshalb im April 2018 zugestimmt, 35 Millionen US-Dollar Strafe an die SEC zu zahlen. Im Dezember 2016 hatte Yahoo dann den größeren Datendiebstahl von 2013 einräumen müssen. Deren Urheber sind gänzlich unbekannt, wie die einstige Yahoo-Chefin Marissa Mayer bei einer Anhörung vor dem Handelsausschuss des US-Senats 2017 zugeben musste. Altaba hatte sich bereits zuvor in drei Klagen im Zusammenhang mit den Yahoo-Hacks geeinigt, 47 Millionen US-Dollar zu zahlen. (olb)

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