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Yahoo eröffnet den digitalen Kiosk für Tablets

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Der US-Internetkonzern Yahoo will mit dem neuen "Livestand" verschiedenen Inhalteanbietern einen Zugang zur digitalen Verbreitung auf Tablets und Smartphones anbieten. Das Unternehmen stellte am Donnerstag in Sunnyvale (US-Bundesstaat Kalifornien) eine Plattform vor, über die Medien und Werbebranche ihre Inhalte auf Tablets und andere Mobilgeräte bringen können. Yahoo-Chefin Carol Bartz wird den "digitalen Kiosk", der noch in der ersten Jahreshälfte eröffnen soll, auch auf dem Mobile World Congress in der kommenden Woche in Barcelona vorstellen.

Livestand soll Inhalte und Werbung mit dem interaktiven Web 2.0 verbinden und das Ganze gerätegerecht aufbereiten. "Wir bringen das beste aus Magazinen und das Beste aus dem Netz zusammen", erklärte Yahoo-Manager Irv Henderson am Donnerstag. Livestand soll es zunächst für Tablets mit iOS und Android geben, auch Versionen für weitere Geräte und Plattformen sind den Angaben zufolge geplant, Smartphones und Webbrowser wurden hier genannt. "Tablets und Mobiltelefone werden immer populärer, und die digitalen Medien halten mit dieser Entwicklung bisher kaum Schritt", erklärte Yahoos Produktchef Blake Irving die Ausgangslage für den digitalen Kiosk.

Yahoo erlaubt einen ersten Blick in den digitalen Kiosk.

(Bild: Screenshot)

Yahoos Plattform soll der Medienbranche diesen Schritt auf neues Terrain erleichtern. Bei der Eröffnung bis zur Jahresmitte sollen zunächst einige ausgewählte Partner ihre Inhalte neben denen von Yahoo präsentieren. Welche Partner das sind, wollte Yahoo noch nicht verraten. Langfristig soll der Kiosk aber allen Anbietern offenstehen. "Livestand ist eine Plattform und keine App", betonte Henderson. Mit dem offenen Kiosk bietet Yahoo eine Alternative zu Apps, bei denen im Zweifel der Plattformbetreiber ein Wörtchen mitreden will – derzeit eine der Sorgen der Verlagsbranche.

Yahoo sieht im Tabletmarkt eine Möglichkeit, Werbebudgets von klassischen Kanälen wie Fernsehen oder Magazinen auf eine digitale Plattform zu ziehen. Dabei sollen Verleger mit ihren aufbereiteten und in interaktive Kontexte eingebundenen Inhalten der Werbewirtschaft auch auf Tablets ein attraktives Werbeumfeld bieten können. An den über den Kiosk erwirtschafteten Werbeumsätzen will Yahoo mitverdienen. Darüber hinaus sei geplant, den Inhalteanbietern auch Abo-Modelle auf der Plattform zu ermöglichen, hier es bei der Vorstellung am Donnerstagabend. Berichten zufolge arbeiten auch einige US-Verlage an einem digitalen Kiosk. (vbr)