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Yahoo erwägt Optionen ohne Microsoft

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Nach dem milliardenschweren Kaufangebot von Microsoft will Yahoo alle Alternativen zu einer Übernahme eingehend prüfen. Dazu gehöre auch die weitere Unabhängigkeit, betonte das Unternehmen am Wochenende auf seiner Webseite ausdrücklich und dämpfte gleichzeitig Erwartungen auf eine schnelle Entscheidung: Die Klärung werde einige Zeit benötigen.

Angesichts der zurückhaltenden Reaktion von Yahoo auf die Offerte wird an der Wall Street über mögliche Gegengebote anderer Investoren spekuliert. Denkbar seien private Beteiligungsgesellschaften und Medienkonzerne wie die News Corporation des Multimilliardärs Rupert Murdoch, hieß es in US-Medien. Wegen des Sinkflugs der Yahoo-Aktie in den vergangenen Monaten hätten bereits vor dem Microsoft-Gebot Finanzinvestoren mit einer vergleichsweise günstigen Übernahme geliebäugelt. Durch die Kreditkrise sind jedoch solche Mega-Übernahmen derzeit kaum finanzierbar. Microsoft könnte zudem dank seiner prall gefüllten Kriegskasse eine Gegenofferte kontern, schätzen Analysten.

Widerstand der Wettbewerbshüter erwarten Experten unterdessen eher in Europa als in den USA. Angesichts der Übermacht von Google bei der Online-Suche und im Internet-Werbemarkt rechnen sie eher nicht mit Hürden. Zwischen Microsoft und der EU-Kommission gab es jedoch immer wieder schwere Differenzen in Wettbewerbsfragen. Am ehesten seien daher Bedenken seitens der EU möglich, meint Gartner-Analyst Andrew Frank. (dpa)/ (cp)