Menü

Yahoo kauft Anteile an chinesischer Internet-Firma [Update]

Mit der bislang größten ausländischen Investition in eine chinesische Internetfirma steigt Yahoo für eine Milliarde US-Dollar beim größten E-Commerce-Spezialisten Chinas, Alibaba.com, ein. Der amerikanische Internet-Riese übernimmt einen Anteil von 40 Prozent und bringt auch sein bisheriges China-Geschäft in die der neue Allianz ein, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Der Gesamtwert der Transaktion wird auf mehr als vier Milliarden Dollar beziffert. Der Zusammenschluss schafft eine der größten Firmen auf dem am schnellsten wachsenden und mit mehr als 100 Millionen Nutzern bereits zweitgrößten Internetmarkt der Welt.

Alibaba soll 2004 Handelsgeschäfte mit einem Umfang von schätzungsweise mehr als 4 Milliarden US-Dollar ermöglicht haben. Die Firma hat eine führende Position im E-Commerce zwischen Unternehmen international und in China. Mit Taobao betreibt Alibaba eine beliebte Auktionssite für chinesische Verbraucher mit 40 Prozent Marktanteil.

Anzeige

"Das Zusammengehen mit Yahoo erlaubt uns, eine unerreichte Bandbreite an E-Commerce-Diensten für Unternehmen und Verbraucher in China anzubieten", sagte Alibaba-Chef Jack Ma in Peking. Nach der Allianz mit Yahoo ist das 1999 von dem früheren Lehrer Ma gegründete Unternehmen aus Hangzhou ein noch stärkerer Konkurrent für das Onlineauktionshaus eBay, das die Hälfte des Auktionsmarktes beherrscht.

Bei seiner China-Investition folgt Yahoo dem Vorbild seiner Geschäftsstruktur in Japan, wo ähnlich wie jetzt in China mit Softbank in Tokyo kooperiert wird. Softbank ist auch Anteilseigner bei Alibaba und soll das Geschäft angebahnt haben. Im neuen vierköpfigen Vorstand mit Jack Ma an der Spitze sitzen auch Yahoo- Gründer Jerry Yang und ein Softbank-Vertreter. Yahoo bekommt 35 Prozent der Stimmrechte.

Alibaba hat heute mehr als 15 Millionen Kunden, darunter 100.000 Unternehmen, die zwischen 250 und 10.000 US-Dollar im Jahr für die Online-Dienste zahlen. Ausländische Firmen können sich beispielsweise bei chinesischen Unternehmen über Alibaba Waren beschaffen, und auch chinesische Firmen handeln auf der Alibaba-Schiene miteinander.

Die englischsprachige Site Alibaba International dient vor allem kleinen und mittleren Unternehmen weltweit mit 1,5 Millionen registrierten Nutzern in 200 Ländern. Alibaba China ist ein Handelsplatz für Unternehmen in China mit 6 Millionen angemeldeten Kunden. Das Auktionshaus Taobao wird von mehr als 7 Millionen Chinesen benutzt. AliPay hilft bei sicheren Zahlungen und kooperiert mit führenden chinesischen Banken, da Kreditkartenzahlungen in China noch nicht weit verbreitet sind.

Die Yahoo-Investition ist die erste dieser Art in eine Internetfirma in China. Das Online-Geschäft zwischen Unternehmen soll sich in dem Markt bis 2007 jährlich fast verdoppeln. Für das E- Commerce-Verbrauchergeschäft werden Wachstumsraten von mehr als 80 Prozent vorhergesagt. Es soll bis 2007 etwa 2,5 Milliarden US-Dollar erreichen. China hat derzeit 100 Millionen Internet-Nutzer bei einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen. Einige Prognosen gehen davon aus, dass China Amerika bereits 2010 bei der Zahl der Web-Nutzer überholen könnte.

"Wir glauben, dass die Kombination von Yahoo und Alibaba für Yahoo der beste Weg ist, um in China zu siegen", erklärte Yahoo- Konzernchef Terry Semel. Auch Microsoft, Google und Amazon.com zieht es immer stärker nach China. Erst vergangenen Freitag fand der Börsengang der kleinen chinesischen Internetsuchmaschine Baidu.com in New York ungewöhnlich großes Interesse. Die Aktie stieg beim Debüt um 353 Prozent. (dpa) / (dpa) / (jk)

Anzeige