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Yahoo profitiert von Kostensenkungen und anziehenden Werbeeinnahmen

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Das wieder angesprungene Geschäft mit Online-Werbung und gesunkene Kosten unter anderem durch Entlassungen haben dem US-Internetkonzern Yahoo die Kasse gefüllt. "Das vierte Quartal stellt einen starken Abschluss für 2009 dar", sagte Konzernchefin Carol Bartz. Yahoo sei mit einem guten Gefühl in das neue Jahr gegangen. Damit reiht sich Yahoo in die Reihe der Technologie-Unternehmen ein, die die Wirtschaftskrise hinter sich gelassen haben.

Der Nettogewinn von Yahoo betrug im abgelaufenen vierten Quartal 2009 153 Millionen Dollar, nachdem im gleichen Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 303 Millionen Dollar angefallen war. Der Umsatz gab dagegen leicht um 4 Prozent auf 1,732 Milliarden Dollar nach. Mit den Zahlen lag das Unternehmen laut dpa über den Erwartungen der Analysten. Die Aktie legte nachbörslich gut 1 Prozent zu.

Für das Gesamtjahr 2009 weist Yahoo einen Nettogewinn von 598 Millionen US-Dollar aus, eine Steigerung von 43 Prozent gegenüber dem Gewinn von 419 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2008. Der Umsatz sank aber auch aufs Jahr gerechnet, und zwar um 10 Prozent von 7,209 auf jetzt 6,460 Milliarden US-Dollar.

Ohne Traffic Acquisition Costs (TAC) (die an Partnerunternehmen, auf deren Seiten Yahoo Werbung für Kunden platzierte, weitergereichten Umsätze) betrug der Umsatz im vierten Quartal 2009 1,258 Milliarden US-Dollar nach 1,375 Milliarden US-Dollar im gleichen Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2009 erzielte Yahoo einen Umsatz ohne TAC von 4,682 Milliarden US-Dollar, im Jahr 2008 betrug er noch 5,398 Milliarden US-Dollar.

Die Nachfrage nach hochwertiger Display-Werbung (vor allem Werbebanner auf Webseiten) sei deutlich gestiegen, sagte Bartz. Binnen dreier Monate konnte Yahoo hier um satte 26 Prozent zulegen. "Unsere Kunden brauchen Display-Werbung, um ihre Botschaften zu vermitteln", sagte Bartz. Werbung auf Basis von Suchmaschinen-Schlagwörtern reiche dazu nicht. Finanzchef Tim Morse sprach vom stärksten Wachstum seit 2006. Aber auch bei der Platzierung von Anzeigen bei Suchergebnissen vermeldete Konzernchefin Bartz Erfolge. Mit einem Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorquartal nahm sich die Steigerung aber verhalten aus. Aus der jüngst geschlossenen Suchmaschinen-Kooperation mit dem Software-Konzern Microsoft sind noch keine Einnahmen geflossen. Das Geschäft soll in Kürze unter Dach und Fach gebracht werden.

Werbung ist Yahoos wichtigste Einnahmequelle. In der Wirtschaftskrise hatten viele Unternehmen zuerst ihre Anzeigen zurückgefahren. Das bekam die ohnehin schon angeschlagene Yahoo schwer zu spüren. Vor allem Konkurrent Google hatte dem Internet-Urgestein in den vergangenen Jahren mit seiner Suchmaschinen-Werbung schwer zugesetzt. Im laufenden ersten Quartal sieht Bartz das Geschäft saisonal bedingt leicht zurückgehen und auch das operative Ergebnis leicht fallen. Insgesamt, so führte sie aus, sei aber die Zeit des Schrumpfens vorbei. "2010 bedeutet für uns Übernahmen und Wachstum."

In der Wirtschaftskrise hatte Yahoo rund 2000 Stellen gestrichen – Einsparungen, die sich jetzt im gestiegenen Gewinn widerspiegelten. Ein Teil des Abbaus hat Bartz, die im vergangenen Jahr ihren Job angetreten hatte, aber schon wieder durch Neueinstellungen und Zukäufe rückgängig gemacht. Arbeiteten Ende September 13.200 Menschen bei dem Unternehmen, so waren es Ende Dezember 13.900. Im Kampf gegen den scheinbar übermächtigen Suchmaschinen-Marktführer Google hat sich Yahoo nach langem Hin und Her mit Microsoft verbündet und will künftig dessen Suchtechnik nutzen. Die Werbeeinnahmen, die mit der neuen Microsoft-Suchmaschine Bing über die Sites von Yahoo eingefahren werden, wollen sich die Unternehmen teilen.

Yahoo erhofft sich von dem Deal auch, Kosten zu reduzieren. Das Geld wolle sie in andere Projekte stecken, sagte Bartz. Unter anderem will sie das mobile Internet auf Handys verstärkt angehen. Die Yahoo-Microsoft-Allianz muss noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden. Zuvor hatte Microsoft über viele Monate hinweg erfolglos versucht, Yahoo ganz zu schlucken.

* Mit Sonderposten.
** Inkl. Einmaleffekte aus Börsengeschäften

(jk)

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