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Yahoo schließt Videoportal Yahoo Screen

Das Jahr 2015 hat für Yahoo einige böse Überraschungen bereit gehalten. Den Verkauf seiner Alibaba-Anteile musste das Unternehmen abblasen, Investoren machten Druck. Jetzt hat Yahoo einem seiner Hoffnungsträger ein Ende bereitet: seinem Videoportal.

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(Bild: dpa, Michael Nelson/Archiv)

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Der angeschlagene Internetkonzern Yahoo hat in der letzten Woche seine Videoplattform "Yahoo Screen" geschlossen. Das bestätigte Yahoo gegenüber der New York Times. Yahoo hat sich damit von dem Segment seines Geschäfts verabschiedet, welches das Unternehmen eigentlich erfolgreicher machen sollte. Das Unternehmen geht davon aus, seine Inhalte besser bewerben zu können, wenn es nicht mehr auf die Videoplattform als Aushängeschild setzt.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer hatte das vier Jahre alte Videoportal stark unterstützt und als Erfolgsgarant beworben. Unter anderem wurde in selbstproduzierte Serien wie "Community" investiert. Yahoo Screen erworb aber auch Lizenzen für Wiederholungen von "Saturday Night Live", streamte Konzerte oder Football-Spiele. Obwohl Yahoo Screen laut comScore noch im November rund 15 Millionen Besucher aus den USA zählte, konnte die Plattform nicht gegen Portale wie Youtube ankommen.

Wie eine Sprecher des Unternehmens der New York Times mitteilte, seien die zuvor über Yahoo Screen abrufbaren Inhalte aber nicht verloren. Sie lassen sich immer noch über die Yahoo-Webseite abrufen, allerdings momentan sehr schwer auffinden. "Community" sei nun bei Yahoo TV eingeordnet, die Konzerte sind über Yahoo Music abrufbar. Die Saturday-Night-Live-Folgen sind derzeit noch offline, da sie noch nicht neu zugeordnet wurden. Man verspreche sich eine bessere Werbung für die Inhalte, wenn man etwa Musik auch wirklich nur unter "Yahoo Music" fände, so der Sprecher.

Yahoo hat das Jahr 2015 krisengeschüttelt beendet. Zunächst wollte der Konzern seine Anteile an Alibaba- und Yahoo-Japan verkaufen, nahm von diesem Plan aber Abstand als klar war, dass der Deal besteuert würde. Den Gewinn aus dem Verkauf wollte das Unternehmen an seine Aktionäre ausschütten. Yahoo prüfte daraufhin den Verkauf seines Kerngeschäfts, obwohl die Internetangebote Yahoo Mail und Yahoo News in den USA zu den meistbesuchten Webseiten gehören. Die Alibaba-Anteile sollen jetzt in ein eigenes börsennotiertes Unternehmen überführt werden. (kbe)