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Yahoo verklagt Game-Messenger-Hersteller Xfire

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Der Suchmaschinen- und Internetportalbetreiber Yahoo hat das kalifornische Start-Up-Unternehmen Xfire wegen angeblicher Patentrechtsverletzung verklagt. Yahoo wirft der Firma vor, bei der Entwicklung eines Instant Messenger für Online-Spieler vorsätzlich auf Techniken zurückgegriffen zu haben, für die Yahoo seit 2004 ein Patent hält. Der nach eigenen Angaben mehr als eine Million Mal heruntergeladene Instant Messenger von Xfire (Test in c't 18/04, S. 66) ist seit dem vergangenen Jahr erhältlich und bietet unter anderem die Möglichkeit, herauszufinden, ob, welche und wo Freunde ("Buddies") gerade online spielen. Auf Knopfdruck kann der User Partien beitreten, wenn er das entsprechende Spiel ebenfalls installiert hat. Eine ähnliche, aber bei weitem nicht so umfangreiche Funktion besitzt auch der Yahoo-Messenger in Form der so genannten GameProwler-Anwendung.

Der in der Klageschrift verwendete Ausdruck "vorsätzlich" bezieht sich auf die Tatsache, dass der jetzige Xfire-Entwicklungs-Vizepräsident Chris Kirmse vor seiner Zeit bei Xfire Angestellter von Yahoo war und dort die GameProwler-Anwendung mit entwickelte. Zusammen mit seinem Yahoo-Kollegen Brian Gottlieb bekam er dafür im März 2004 das US-Patent 6,699,125 (Game server for use in connection with a messenger server) zugesprochen, dessen Rechte allerdings wie üblich an den Arbeitgeber übergingen. Yahoo will vor dem US-Bezirksgericht des Northern District of California nun belegen, dass Kirmse nach dem Wechsel zu Xfire Client- und Server-Versionen der Instant-Messaging-Software auf Basis des Yahoo-Patents entwickelt hat, ohne Rechte dafür zu besitzen.

Die Yahoo-Klage dürfte auch im Zusammenhang mit dem Erwerb des Programms "All Seeing Eye" stehen, das Yahoo kürzlich in sein Game-Portal integriert hat. Die von der finnischen UDP Soft Ltd. entwickelte Software gilt als populärster Game-Browser weltweit, kostet aber Geld: Für die Vollversion müssen 15 US-Dollar pro Jahr oder einmalig 30 US-Dollar bezahlt werden. Der Game-Messenger Xfire hingegen ist kostenlos und stellt somit auch wirtschaftlich eine Konkurrenz für Yahoo dar. Xfire teilte auf der eigenen Website bislang nur mit, dass man kein Yahoo-Patent verletzt habe. (pmz/c't) / (nij)

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