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Yahoo verzeichnet Umsatzeinbruch

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Das Internet-Portal Yahoo hat im dritten Quartal dieses Jahres einen scharfen Umsatzrückgang auf 166,1 Millionen US-Dollar verzeichnen müssen. Im gleichen Quartal des Vorjahrs betrug der Umsatz noch 295,5 Millionen US-Dollar. Unter Ausschluss von Sonderfaktoren erzielte der Internet-Anbieter einen Gewinn von 8,4 Millionen US-Dollar (1 Cent je Aktie) im Vergleich zu 81,1 Millionen US-Dollar (13 Cents je Aktie) im Vorjahresquartal. Damit konnte das Unternehmen die Wall-Street-Erwartungen erfüllen, auch wenn sich der tatsächliche Verlust des Unternehmens unter Einschluss von Sonderfaktoren auf 24,1 Millionen US-Dollar (4 Cents je Aktie) belief. Im dritten Quartal des Vorjahrs verbuchte Yahoo unter Berücksichtigung derselben Kriterien noch einem Gewinn von 47,7 Millionen US-Dollar.

Der Yahoo-Umsatz litt unter der allgemein schwachen Konjunktur und vor allem unter dem rückläufigen Internet-Anzeigengeschäft. Der neue Firmenchef Terry Semel, der das Unternehmen seit fünf Monaten führt, sprach von einem beispiellosen Umfeld wirtschaftlicher Unsicherheit. Die jüngsten tragischen Ereignisse in den USA hätten aber bewiesen, dass das Internet ein sehr wertvolles globales Kommunikations- und Informationsübermittlungs-Medium sei. Damit sieht sich Yahoo wohl in einer guten Position, in Zukunft wieder gute Geschäfte zu machen. Um aber den Unsicherheiten zu entkommen und die finanzielle Lage zu verbessern, schließt Yahoo zusätzliche Entlassungen nicht aus. Im April hatte der Portalbetreiber bereits die Reduzierung seiner Belegschaft um 12 Prozent angekündigt.

Yahoo ist nach Firmenangaben weiterhin, gemessen an Einzelnutzern, weltweit die Nummer eins. Das Internet-Portal konnte im September 210 Millionen individuelle Surfer auf seinen Seiten verzeichnen gegenüber 166 Millionen im September 2000. 1,25 Milliarden Seitenabrufe pro Tag verbuchte das Portal durchschnittlich im September.

Yahoo setzte in den ersten neun Monaten dieses Jahres nur noch 528,5 Millionen statt 799,3 Millionen US-Dollar um und schrieb rote Zahlen von 84,1 Millionen US-Dollar gegenüber einem Gewinn von 168,6 Millionen US-Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum. Auf einer Pro-Forma-Basis verdiente die Gesellschaft in den ersten neun Monaten dieses Jahres 24,7 Millionen statt 210,7 Millionen US-Dollar (4 statt 34 Cents je Aktie). Für das letzte Quartal des laufenden Jahres erwartet der Portalbetreiber nun einen Umsatz von 160 bis 180 Millionen US-Dollar. Ob dabei dann wieder schwarze Zahlen herauskommen, darüber ist man sich bei Yahoo selbst nicht sicher: Ohne Berücksichtigung von Sonderfaktoren schwanken die Schätzungen der Firma zwischen einem Verlust von 5 Millionen US-Dollar und einem Gewinn von 10 Millionen US-Dollar. Immerhin sollen die Zahlen für das Gesamtjahr dann noch schwarz sein: 10 bis 25 Millionen US-Dollar sollen die Internet-Angebote dann in die Kassen der Firma gespült haben.

Die Einhaltung der Prognosen für das dritte Quartal und die nicht ganz so trüben Aussichten für das Gesamtjahr führten dazu, dass die Yahoo-Aktie nicht verlor: Nachdem die Firma die Geschäftszahlen nach Schluss des offiziellen Handels an den US-Börsen bekannt gegeben hatte, legte der Kurs im nachbörslichen Handel um 3,4 Prozent auf 11,30 US-Dollar zu. (jk)

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