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Yahoo vor Übernahme durch Verizon mit Gewinn und Umsatzsprung

In den letzten Monaten als eigenständiges Unternehmen zeigt Yahoo ein starkes Wachstum, das Anleger zuvor so lange vermissten. An der Börse interessieren die Zahlen kaum noch. Im Juni wird Verizon Yahoo übernehmen und mit AOL zu "Oath" verschmelzen.

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Yahoo

(Bild: dpa, John G. Mabanglo)

Yahoo hat im letzten eigenständigen Quartal vor der Übernahme seines Kerngeschäfts durch den US-Telekomkonzern Verizon bessere Geschäfte als erwartet gemacht. Verglichen mit dem Vorjahreswert legte der Umsatz um 22 Prozent auf 1,3 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Unter dem Strich verdiente Yahoo 99,4 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust in etwa gleicher Größenordnung angefallen.

Die Quartalszahlen fielen damit besser aus als von Analysten angenommen. Vor dem 4,48 Milliarden Dollar schweren Verkauf an Verizon, der im Juni vollzogen werden soll, beeindruckte Anleger dies jedoch wenig. Die Aktie reagierte nachbörslich kaum.

Ursprünglich hatte der Kaufpreis deutlich höher gelegen, doch nach Bekanntwerden zweier großer Hackerattacken auf Nutzerkonten in den Jahren 2013 und 2014, mit mehr als 1,5 Milliarden betroffenen Nutzern, hatten die Unternehmen einen Abschlag von 350 Millionen Dollar vereinbart. Neben dem niedrigeren Kaufpreis einigten Verizon und Yahoo sich auch auf einen Kompromiss zur gemeinsamen Bewältigung von Rechtskosten im Zusammenhang mit den Hackerangriffen.

In den Monaten bis zur Übernahme werde man sich um einen starken Abschluss bemühen und für die bestmögliche Integration bei Verizon planen, versprach CEO Marissa Mayer. Die ehemalige Google-Managerin hatte im Juli 2012 das Ruder bei Yahoo übernommen. Sie konnte die Hoffnungen nicht erfüllen – die Lage verschlechterte sich, bis Yahoo 2016 zum Verkauf gestellt wurde. Mayer wird das Unternehmen nach der Übernahme verlassen.

Verizon hat angekündigt sein bisheriges AOL-Webgeschäft und das zugekaufte Webgeschäft von Yahoo in einer neuen Dachgesellschaft mit dem Namen Oath (Schwur) zusammenführen. AOL-Chef Tim Armstrong bestätigte den Namen auf Twitter, nachdem die Website Business Insider darüber berichtet hatte. Verizon gehört über AOL bereits unter anderem die Online-Zeitung Huffington Post. Der nicht veräußerte Rest von Yahoo wird vor allem aus Beteiligungen an der Handelsplattform Alibaba und Yahoo Japan bestehen und soll Altaba Inc. heißen. (mit Material der dpa) / (kbe)