Yahoo wegen Auktionen von Nazi-Objekten verurteilt

Die Internetfirma muss den Zugang für französische Nutzer sperren.

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Von
  • Florian Rötzer

Yahoo hat den Prozess gegen die Ligue internationale contre le racisme et l'antisémitisme und die Union des étudiants juifs de France verloren. Die Kläger warfen dem Portal vor, gegen das französische Gesetz verstoßen zu haben, weil auf Yahoo!Auctions Nazi-Gegenstände gezeigt und versteigert werden.

Der Richter sprach gestern Yahoo für schuldig und ordnete an, dass das Portal den Klägern jeweils 1390 Dollar zahlen müsse. Das Unternehmen habe gegen das französische Gesetz verstoßen und das "kollektive Gedächtnis" des Landes missachtet. Bis zum 24. Juli wurde Yahoo Zeit gegeben, um Wege zu finden, wie sich das anstößige Angebot für französische Nutzer sperren ließe. Bei weiterer Missachtung des Gesetzes droht Yahoo dann eine Strafe von 91000 Dollar täglich.

Yahoo hatte argumentiert, dass die Auktion von Nazi-Objekten von der amerikanischen Verfassung als Meinungsfreiheit geschützt werde. Das Portal hatte zwar auf www.yahoo.fr die Versteigerung dieser Gegenstände gesperrt, nicht aber auf der "amerikanischen" Site www.yahoo.com, auf die natürlich auch französische Internetnutzer zugreifen können.

Mehr in Telepolis: Französischer Richter verurteilt Yahoo. (fr)