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Yandex.Kit: Details zur russischen Android-Variante

Die russische Suchmaschine Yandex hat eine Android-Version angekündigt, die ohne Google auskommt. Interessant ist sie auch für die Mobilfunkprovider.

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Google-Skeptiker finden in Yandex Mail eine Alternative ohne Google.

Auf den ersten Blick scheint das alternative Android des russischen Suchmaschinenbetreibers Yandex nur ein CustomROM unter vielen zu sein, doch in Wirklichkeit bläst Yandex zum Frontalangriff gegen Google. Yandex.Kit erlaubt Google-freie Android-Smartphones und bietet auch Mobilfunkanbietern spezielle Anreize.

Yandex erlaubt Herstellern und Providern, ihre Geräte mit vorinstalliertem Yandex.Kit zu verkaufen. Es läuft auf Smartphones mit OpenGL ES 2.0 und umfasst außer der von der russischen Software-Schmiede SPB entwickelten dreidimensionalen Bedienoberfläche Alternativen zu den fehlenden Google-Diensten: ein E-Mail-Programm, einen Browser, eine Navigationsapp und einen App Store.

Gewinnbeteiligung für Provider

Yandex weist in der Dokumentation zum Store mehrfach darauf hin, dass Netzbetreiber und "andere Partner" an den Gewinnen aus dem Store beteiligt werden. Auch ist Yandex bereit, den Store zu branden, beispielsweise hat ein russischer Netzbetreiber in seiner Store-Version alle Hinweis auf Yandex entfernen lassen.

Bei den übrigen Programme ist Yandex weniger gewillt, auf Änderungswünsche einzugehen. Die möglichen Anpassungen beschränken sich in diesem Bereich – aus nicht näher definierten "Skalierungsgründen" – auf den Austausch von Wallpapers und Farbschemata.

Schon zwei Modelle

Dank Yandex.Kit hat das Explay Flame gute Chancen bei russischen Netzbetreibern.

Yandex führte Geräte von zwei Herstellern vor. Explay zeigte das solide Mittelklassegerät Flame, Huawei das Honor 3. Die Motivation von Explay ist klar: Das Flame dürfte in den ehemaligen GUS-Staaten aufgrund der dortigen Dominanz der Suchmaschine reißenden Absatz finden – und eventuelle Repressalien seitens Google können dem Hersteller egal sein, da er außerhalb von Russland so gut wie unbekannt ist.

Anders sieht es bei Huawei aus, sind die Chinesen doch als drittgrößter Smartphone-Hersteller auf ein gutes Verhältnis zu Googles angewiesen. Und Google hat bisher allergisch auf solche quasi separatistischen Bemühungen von Amazon & Co. reagiert: Wer ein Android-Smartphone mit Google- Diensten verkaufen möchte, muss sich verpflichten, auf anderen Smartphones keine inkompatible Android-Technik einzusetzen. So knirschte es 2012 zwischen Acer und Google, als Acer in China ein Smartphone mit dem Android-Abkömmling Aliyun auf den Markt bringen wollte, das Google mit Raubkopien in Verbindung brachte. (jow)

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