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YouNow räumt Schwierigkeiten bei Kontrolle seines Dienstes ein

"Insbesondere durch das schnelle Wachstum der Nutzerschaft in Deutschland gab es Ende 2014 vereinzelt Schwierigkeiten, die Plattform durchgängig zu überwachen und missbräuchliche Nutzung zu ahnden", räumt der Streamingdienst ein.

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Vor allem Jugendliche – wie hier ein Schweizer – präsentieren sich vor der heimischen Kamera

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Der Streamingdienst YouNow hat auf Vorwürfe reagiert, seine Plattform sei für die jugendlichen Nutzer nicht geeignet. YouNow habe strenge Regeln, erklärte das New Yorker Unternehmen. Moderatoren prüften, dass die Regeln befolgt werden. Gleichzeitig räumte YouNow Probleme bei der Kontrolle ein. "Insbesondere durch das schnelle Wachstum der Nutzerschaft in Deutschland gab es Ende 2014 vereinzelt Schwierigkeiten, die Plattform durchgängig zu überwachen und missbräuchliche Nutzung zu ahnden", erklärte das Unternehmen am Montag.

YouNow baue das Monitoring laufend weiter aus, um es an die steigenden Nutzerzahlen anzupassen. Das Unternehmen sei interessiert daran, dass der Jugendschutz eingehalten wird. Das sei von Politik und in der Öffentlichkeit zu Recht thematisiert worden, heißt es in einer Mitteilung.

YouNow war 2011 eigentlich als Promotionsplattform für Musiker und andere Kreative online gegangen. Im Gegensatz zu YouTube sind hier alle Videos ungeschnittene Live-Aufführungen. Jüngst entwickelte sich die Plattform zur Experimentierbörse für Sechst- und Siebtklässler, die ihren Drang zur Selbstdarstellung erstmals online ausleben.

YouNow meine wie Familienministerin Manuela Schwesig, dass Kinder und Jugendliche im Internet geschützt werden müssen. Dafür unternehme die Industrie einiges, es seien aber auch die Eltern gefordert, ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen, die auch im Internet gelte. YouNow unterstütze daher die Aufklärungsarbeit der Eltern und Nutzer.

Offiziell müssen Nutzer der Streaming-Plattform mindestens 13 Jahre alt sein. Die Webseite und ihre Apps sind vor allem bei Jugendlichen beliebt, die Gespräche und Klamauk in Echtzeit ins Netz stellen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig warnte jüngst vor der Webseite – sie sorgt sich, dass Jugendliche zu viel von sich preisgeben und sich so Mobbing und sexueller Belästigung aussetzen.

Voraussetzung für einen YouNow-Account ist die Anmeldung per Facebook, Google+ oder Twitter. Dort müssen Nutzer ebenfalls mindestens 13 Jahre alt sein. Außerdem seien zum Beispiel Beleidigungen, Mobbing, das Konsumieren von Alkohol oder anderen Drogen sowie Nacktheit vor der Kamera streng verboten, teilt YouNow mit. Auch sei nicht erlaubt, zum Bruch dieser Regeln aufzufordern.

Deutsche Moderatoren wachten rund um die Uhr darüber, dass die Nutzer die Regeln einhalten. Auch gebe es freiwillige Aufpasser. Zudem könne jeder Nutzer bei YouNow einen Verstoß melden und so das Moderatorenteam darauf aufmerksam machen. Jeder User könne außerdem jeden anderen Teilnehmer blockieren. Es werde verhindert, dass bereits gesperrte User einfach einen neuen Account erstellen. (mit Material der dpa) / (anw)