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"YouTube Regrets": Mozilla greift Videoplattform an

Mozilla startet eine Kampagne gegen "bizarre und gefährliche Inhalte" auf YouTube, die der Empfehlungsalgorithmus zu stark verbreite.

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(Bild: Screenshot: mozilla.org)

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Die Mozilla Foundation hat unter dem Titel "YouTube Regrets" eine Sammlung von 28 Geschichten von anonymen Nutzern veröffentlicht, in denen ihnen von YouTubes Empfehlungsalgorithmus ungewollt immer radikalere, gewalthaltigere oder sexualisiertere Videos gezeigt worden seien. Die unverifizierten Berichte sollen illustrieren, wie der Empfehlungsalgorithmus von Googles Videoplattform Menschen immer tiefer in eine Filterblase ziehen kann – oder ihre Interessen sogar völlig missversteht.

Für die Kampagne habe man über den eigenen E-Mail-Newsletter Nutzer nach Erfahrungsberichten gefragt und aus hunderten Einsendungen die 28 veröffentlichten Beispiele ausgewählt, heißt es auf der Seite von Mozilla. Für Mozilla handelt es sich bei "YouTube Regrets" um eine Aufklärungskampagne, die YouTube "einen Denkzettel verpassen" soll. Letzten Endes geht es der gemeinnützigen Stiftung darum, YouTubes Empfehlungsalgorithmus von externen Experten analysieren und überarbeiten zu lassen. Eine Vizepräsidentin von Mozilla erklärte gegenüber dem Magazin [i]Fast Company[/i], man habe sich bereits mit Vertretern von Google getroffen, diese hätten jedoch keine konkreten Zusagen gemacht.

Neben verschwörungstheoretischen, rechtsextremen sowie homo- und transphoben Videos in den automatischen Empfehlungen geht es in den von Mozilla veröffentlichten Geschichten auch um immer extremer werdende Darstellungen von Unfällen, Gewalt oder Sexualität.

YouTube steht für Videoempfehlungen sowie für den Umgang mit Hate Speech bereits seit längerem in der Kritik. Nun schaltet sich mit Mozilla eine Stiftung in die Debatte ein, die sich nach eigenen Angaben auch mit "vertrauenswürdiger KI" befasst, jedoch vor allem für den Einsatz für Privatsphäre im Internet sowie den Firefox-Browser bekannt ist. In puncto Privatsphäre und Werbetracking in Browsern sind sich Chrome-Hersteller Google und Mozilla dabei schon seit längerem uneins. Bereits 2017 wurde Google allerdings als Default-Suchmaschine in Firefox zu einem großen Geldgeber von Mozilla. (siko)