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YouTube: Verwirrung um Live-Streaming in Deutschland

Man konnte mit YouTube Live zwar schon länger auch von Deutschland aus streamen, aber es hierzulande nicht anschauen. Inzwischen klappt es, doch wer live streamen will, muss einiges beachten.

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YouTube: Verwirrung um Live-Streaming in Deutschland

Mit Twitch, Younow & Co. streamen tausende deutsche Nutzer täglich live. Doch ausgerechnet mit YouTube klappte es nicht. Zwar erlaubte YouTube schon vor Jahren allen das Live-Streaming – aber nicht in Deutschland. Geoblocking verhinderte den Empfang der Live-Streams. Doch mittlerweile ist die Einschränkung beim Live-Streaming gefallen. Der Passus "YouTube Live-Streams können nicht in Deutschland empfangen werden" wurde auf den aktuellen Support-Seiten zum Live-Streaming gestrichen.

Auf Anfrage von heise online teilte YouTube mit, dass man den deutschen Kanal-Betreibern einen einfacheren Weg für Live-Streams ermöglichen wolle. "Deutsche Kanal-Betreiber, die live streamen möchten, müssen sich an nationale Gesetze und Regulierungen für Live-Streams halten", heißt es in dem Statement weiter. Damit ist gemeint, dass Nutzer – nicht nur beim Live-Streaming – das Urheberrecht (Stichwort: GEMA), Persönlichkeitsrechte, Eigentumsrechte und Rundfunkrechte respektieren müssen. So braucht man für ein regelmäßiges, journalistisch-redaktionell geprägtes Live-Programm, das sich an mehr 500 gleichzeitige Zuschauer richtet, eine Rundfunkzulassung. Mehr Hinweise dazu gibt die Web-TV-Checkliste der Landesmedienanstalten.

Voraussetzungen fürs Live-Streaming

Unter diesen Bedingungen kann jeder, der einen telefonisch bestätigten und nach YouTube-Reglement "einwandfreien“ YouTube-Kanal betreibt, also ohne Verwarnungen und geahndete Urheberrechtsverletzungen, live streamen, unabhängig davon, wie viele Follower er bei YouTube hat. Einzige Voraussetzung:

Anders als bei Hangouts kann man nicht direkt über die Webcam streamen, stattdessen listet YouTube eine Reihe (semi)professioneller Streaming-Encoder auf und empfiehlt für Open-Source-Nutzer die Open Broadcaster Software. Dort wählt man YouTube als Ziel aus und gibt seinen Stream-Schlüssel ein, den man im Live-Dashboard seines YouTube-Kanals unter "Encoder-Einrichtung" findet.

In den erweiterten Einstellungen kann man außer den bei YouTube-Konserven üblichen Parametern (inklusive Monetarisierung) einen Live-Chat aktivieren, der auf der YouTube-Wiedergabeseite rechts neben dem Video eingeblendet wird. Außerdem lässt sich dort festlegen, wie mit Kommentaren zu dem Video verfahren werden soll und ob der Inhalt nach Aufnahmeende weiterhin öffentlich verfügbar bleibt oder auf privat geschaltet wird. Wer nicht möchte, dass man während des LiveStreams zurückspulen kann, deaktiviert an dieser Stelle den mitlaufenden Digitalen Videorecorder (DVR), der bis zu vier Stunden des Streams puffert. (vza)

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