YouTube ändert Umgang mit Videos für Kinder

Kindervideos unterliegen bei YouTube neuen Richtlinien. Nutzerdaten werden weniger erhoben, personalisierte Werbung wird nicht mehr angezeigt.

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YouTube ändert Umgang mit Videos für Kinder

(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

YouTube hat die Richtlinien für Videos, die sich an Kinder richten, ausgeweitet. Neben den Nutzern dürften das auch die Ersteller von Videos zu spüren bekommen. So fällt etwa personalisierte Werbung weg, Daten werden weniger erhoben. Auch andere Funktionen sind gar nicht mehr oder eingeschränkt verfügbar. Hintergrund sind Vorgaben der US-Handelsbehörde aber auch eine 170 Millionen US-Dollar-Strafe, die Google wegen des Verstoßes gegen das Kinderschutzgesetz in den USA zahlen musste.

Betroffen sind Videos, die "speziell für Kinder" erstellt wurden. Das wiederum heißt, sie beinhalten bei Kindern beliebte Figuren, Themen, Spielsachen oder Spiele. Seit November gibt es bereits die entsprechende Zielgruppeneinstellung, die Ersteller selbst angeben. Zudem bestimmt YouTube via maschinellem Lernen, was für Kinder ist. Diese Kennzeichnung kann allerdings von den Erstellern geändert werden.

Videos, die als solche gekennzeichnet sind, werden grundsätzlich von YouTube so behandelt, als schaue ein Kind unter 13 Jahre es an. Das tatsächliche Alter des Zusehers ist also egal. "Das bedeutet, dass die Datenerfassung und - verwendung bei Videos speziell für Kinder eingeschränkt ist", schreibt Google im Blogbeitrag. Da es lediglich eine Einschränkung ist, bleibt offen, welche Daten denn trotzdem erhoben werden und was mit ihnen geschieht. Personalisierte Anzeigen werden nicht mehr ausgeliefert.

Zu den ab sofort von YouTube eingeleiteten Änderungen gehört auch, dass bei Kindervideos keine Kommentare mehr geschrieben werden können, der Livechat wegfällt, Stories und die Option "Zur Playlist hinzufügen" ebenfalls nicht mehr verfügbar sind. "Creator auf der ganzen Welt haben hochwertige Inhalte speziell für Kinder erstellt, und diese Änderungen werden deutliche Auswirkungen auf sie haben, schreibt YouTube und kündigt weitere Veränderungen in den kommenden Monaten an. Auch empfiehlt das Team trotz der Neuerungen, YouTube Kids zu verwenden.

Daten von Kindern unter 13 Jahren unterliegen in den USA dem Children's Online Privacy Protection Bundesgesetz (COPPA). Sie dürfen nicht ausgewertet werden. Generell für Kinder gestaltete Anzeigen sind demnach erlaubt, Werbung, die sich am Nutzungsverhalten der unter 13-Jährigen orientiert, hingegen nicht. Google soll via YouTube solche Daten gesammelt und auch Informationen über besonders beliebte Kanäle an Werbetreibende verkauft haben. Das Unternehmen stimmte einem Vergleich mit der Handelsaufsicht und dem Generalstaatsanwalt von New York zu und zahlte für die Missachtung des Kinderschutzes 170 Millionen US-Dollar. Kinder und Videos für sie sind maßgeblich für den Erfolg der Plattform verantwortlich, wie eine Studie zeigte.

(emw)