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YouTube fördert journalistische Inhalte

Google fördert seriöse Nachrichteninhalte auf seiner Videoplattform YouTube. Infos von Wikipedia sollen zudem gegen Fake-News helfen.

YouTube fördert journalistische Inhalte

YouTube will Lokalnachrichten stärker in den Vordergrund rücken.

(Bild: Google)

Auf YouTube gibt es viele süße Tier-Videos, aber eben auch eine Menge Unfug. Problematisch sind vor allem Fehlinformationen, also Fake-News. Als Gegenmaßnahme blendet YouTube ab sofort "Informationen von Drittanbietern" ein, die etwa von Wikipedia stammen. Suchen Nutzer beispielsweise nach dem Apollo-Programm, stoßen sie früher oder später auf Videos, die die Mondlandung als groben Quatsch bezeichnen. Ergänzt wird die Suche deshalb mit Verweisen zu seriösen Informationsquellen.

Solche Zusatzinfos liefert YouTube "zu einer kleinen Zahl allgemein bekannter historischer und wissenschaftlicher Themen, die bereits häufig Gegenstand von Fehlinformationen waren". Als Beispiel nennt Google neben der Mondlandung auch die Verschwörungstheorie, nach der Barack Obama gar nicht in den USA geboren wurde ("Birther-Bewegung").

YouTube will seine Nutzer schnell über Nachrichtenereignisse informieren, die gerade passieren. In der Rubrik "Breaking News" werden dazu Videos von Nachrichtenanbietern hervorgehoben, die (live) über ein Ereignis berichten. Die Rubrik "Top News" versammelt zusätzlich Videos aus "qualitativ hochwertigen" Nachrichtenquellen.

Zunächst sind die beiden neuen Rubriken in 17 Ländern zu finden, Deutschland fehlt aber noch. YouTube kündigte an, dass "in den kommenden Monaten" mehr Länder "Top News" und "Breaking News" erhalten werden. Bei Eilmeldungen will YouTube außerdem ergänzende Auszüge aus Nachrichtenartikeln einblenden.

Seriöse Infos statt Fake-News: Bei bestimmten Themen ergänzt YouTube die Videos mit Zusatzinformationen.

(Bild: YouTube)

In den USA will YouTube Lokalnachrichten stärker in den Vordergrund stellen, da "viele Menschen" nach solchen Inhalten verlangen. "Bei großen Ereignissen sind Lokalreporter häufig die Ersten vor Ort, die das Geschehen einfangen", erklären Neal Mohan (Chief Product Officer) und Robert Kyncl (Chief Business Officer) im YouTube-Blog.

Bislang seien die Lokalnachrichten von den Nutzern sehr gut angenommen worden, weshalb YouTube sein Angebot nun auf weitere US-Städte ausweitet. Wann und ob es eine Förderung von lokalen Nachrichten auch in Deutschland geben wird, ist noch ungewiss. In den USA sind TV-Nachrichten viel stärker als in Deutschland auf hyperlokale Ereignisse fokussiert.

YouTube und Google fühlen sich weiterhin gegenüber "der Journalismus-Community verpflichtet, gemeinsam ein nachhaltigeres Video-Ökosystem für Nachrichtenanbieter aufzubauen". Die Arbeit von Journalisten sei so entscheidend wie nie zu vor. Um den Journalismus im digitalen Zeitalter zu fördern, wurde die Google News Initiative (GNI) ins Leben gerufen. Die GNI hatte auch heise online und das Open-Source-Projekt "Embetty" gefördert.

Im Rahmen der Initiative investiert Google jetzt 25 Millionen US-Dollar, um die Fachkompetenz zu verbessern und Innovationen zu fördern. Geplant ist außerdem ein neues Team, das sich ausschließlich auf die Unterstützung von Nachrichtenmedien konzentriert. Die Spezialisten sollen Journalisten etwa durch Schulungen unterstützen.

Google selbst profitiert ebenfalls von besseren Inhalten auf YouTube: Je mehr Zeit die Zuschauer auf der Videoplattform und im Nachrichten-Ökosystem verbringen, desto mehr Werbung kann Google ihnen anzeigen. In der Vergangenheit wendeten sich Werbetreibende jedoch ab, weil ihre Anzeigen im Umfeld von problematischen Videos aufgetaucht waren. YouTube hatte daraufhin seine Regeln für die Ausschüttung von Werbegeldern verschärft. YouTube-Chefin Susan Wojcicki hatte Werbetreibenden ein "sicheres Werbeumfeld" zugesichert. (dbe)

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