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YouTube lädt in Firefox langsamer als in Chrome

In Firefox lädt YouTube langsamer als in Googles eigenem Chrome-Browser. Das liegt an einer veralteten Schnittstelle, die nur noch in Chrome implementiert ist.

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Firefox

YouTube lädt im Firefox- und im Edge-Browser merklich langsamer als in Googles hauseigenem Chrome-Browser. Das fiel auch Chris Peterson auf, der bei Mozilla technischer Programm-Manager ist. Auf Twitter beschrieb er, wie YouTube auf seinem Laptop "fünfmal langsamer in Firefox und Edge lud". Den Grund hierfür verortet Peterson im neuen Design von YouTube, das die JavaScript-Library Polymer verwendet – sowie das veraltete Shadow-DOM-v0-API. Diese Schnittstelle ist nur noch in Chrome implementiert.

Deshalb liefert YouTube "ein Shadow DOM Polyfill an Firefox und Edge aus", erklärt Peterson. Genau das verursache längere Ladezeiten: "Die YouTube-Seite lädt mit Polyfill 5 Sekunden, ohne nur eine Sekunde." Google hat bereits in der Vergangenheit seine Dienste exklusiv für Chrome optimiert und andere Browser sogar ausgesperrt: Google Earth etwa läuft noch immer ausschließlich in Chrome.

Das neue YouTube-Design ist seit fast einem Jahr online. Es nutzt immer noch Polymer 1.0 aus dem Jahr 2015, obwohl es bereits Version 2.0 und 3.0 gibt. Chris Peterson weist darauf hin, dass die neuen Versionen Shadow DOM v0 und v1 unterstützen; Polymer 1.0 kennt nur die Veraltete Version 0 (v0). Alex Russell, Senior-Entwickler bei Google, erklärte auf Twitter: "Komplexe Situation, riesige Code-Basis, aber das Team hat sich einer v1-Unterstützung verpflichtet." Firefox und Edge sollen das Shadow DOM in kommenden Versionen vollends unterstützen.

Bereits jetzt gibt es einen Workaround: Firefox- und Safari-Nutzer können das Problem mit der Tampermonkey-Erweiterung und einem User-Script lösen. Zudem gibt es für Firefox mit "YouTube Classic" eine Erweiterung, die das alte YouTube-Design wiederherstellt – ein paar neue Funktionen wie der Dark-Mode fehlen dann aber. Auf Reddit kursieren weitere Lösungen. Der Internet Explorer 11 kriegt weiterhin die alte YouTube-Version serviert. Eine Möglichkeit, die theoretisch auch für Firefox und Edge besteht. (dbe)