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YouTube macht Rückzieher beim Verifizierungsprogramm

Änderung im Verifizierungsprogramm sollte vielen YouTubern den zugehörigen Haken wieder nehmen. Nach großen Protesten macht YouTube einen Rückzieher.

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(Bild: metamorworks/Shutterstock.com)

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Einen Tag nach der Ankündigung, das Verifizierungsprogramm auf YouTube zu ändern, was für viele YouTuber den Verlust des Verifikations-Hakens bedeutet hätte, macht das Unternehmen einen Rückzieher. Vorausgegangen waren lautstarke Proteste vieler YouTuber, die trotz großer Reichweite und Bekanntheit betroffen waren. Die jeweiligen Kanalinhaber wurden im Vorfeld über die Aberkennung informiert. Der Status eines bereits zuvor verifizierten Kanals wird den Video-Anbietern nun doch nicht genommen und der zugehörige Haken nicht entfernt, kündigte YouTube-Chefin Susan Wojcicki am Freitag an.

Die Verifizierung eines YouTube-Kanals erforderte in der Vergangenheit ausschließlich Reichweite, ab 100.000 Abonnenten konnte man den Verifizierungshaken beantragen. An dieser Voraussetzung ändert sich auch in der Zukunft nichts, allerdings wird in dem neuen Verfahren der Kanal genauer überprüft. Neben der Abonnenten-Zahl muss der Kanal tatsächlich den Künstler, die Marke oder das Unternehmen offiziell repräsentieren, unter dessen Bezeichnung er geführt wird.

Für die Identitätsüberprüfung werden verschiedene Faktoren untersucht und gegebenenfalls zusätzliche Informationen und Unterlagen angefordert, welche das genau sind, wird nicht aufgeführt. Weiter muss der Kanal öffentlich und aktiv sein und über eine Beschreibung sowie ein Kanalsymbol verfügen.

Im Rahmen der Änderungen wurden zukünftige Anpassungen des entsprechenden Symbols von einem Häkchen zu einem Balken mit den Worten "YouTube Creators" und von einem Notenschlüssel zu "YouTube Artists" bekannt gegeben. Die Einführung der auf allen Plattformen einheitlichen und neuen Erscheinungsbilder wurde auf das kommende Jahr verschoben.

Wenn Zuschauer sich auf YouTube ein Video eines Künstlers, einer Firma oder von Persönlichkeit des öffentlichen Lebens anschauen, sei es wichtig, dass sie dessen offizielle Präsenz erkennen, heißt es im YouTube Creator Blog. Als Grund für die Neuerungen im Verifizierungssystem gibt das Unternehmen das Wachstum und die steigende Komplexität der Video-Plattform an. Auch seien jedes Jahr Zehntausende Nutzerbeschwerden eingegangen und ein Drittel der Nutzer gab an, den Verifizierungshaken als "Bestätigung von Inhalten" und nicht als "Identitätsindikator" verstanden zu haben.

Bereits im August führte YouTube zur besseren Einordnung die Kennzeichnung von staatlichen Regierungs- und von der öffentlich Hand mitfinanzierten Videos ein. Vorausgegangen war die Abschaltung von 210 YouTube-Accounts, die angeblich von der chinesischen Regierung gezielt für Manipulationen eingesetzt wurde. (bme)