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YouTube startet automatische Video-Identifizierung

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Googles Online-Video-Plattform YouTube setzt seit heute ein automatisches Identifizierungssystem ein, um die nicht-autorisierte Verbreitung copyrightgeschützter Werke zu unterbinden. Das YouTube Video Identification genannte System startet zunächst in der Betaphase. Es sieht unter anderem vor, dass keine Videos hochgeladen werden können, die länger als 10 Minuten dauern. Bereits gelöschte Videos sollen durch Kennzeichnung mit einem digitalen "Fingerabdruck" kein weiteres Mal hochgeladen werden, Rechteinhaber durch eine elektronische Benachrichtigungsmöglichkeit Rechteverletzungen schnell und einfach anmahnen können.

Google hatte den Copyright-Filter in diesem Sommer während einer Gerichtsverhandlung in der Auseinandersetzung mit dem Medienkonzern Viacom und anderen Unternehmen angekündigt. In diesem Verfahren geht es um Schadensersatzforderungen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar. Mit anderen Unternehmen wie CBS und NBC hat sich Google bereits durch Lizenzierungsabkommen geeinigt. Das neue System soll möglichst schon greifen, bevor es zu großflächigen Copyright-Verletzungen und hohen Schadensersatzforderungen kommt.

Das Video-Identifizierungssystem sei "brandneu" und soll im laufenden Betrieb weiterentwickelt werden, teilt Google mit. Erste Tests mit Rechteinhabern hätten gute Ergebnisse gezeigt, künftig sollen möglichst weltweit alle Rechteinhaber das Tool nutzen können. Denn, so räumt Google auch ein, bei aller Exaktheit der Identifizierungstechnik sei YouTube auf die Kooperation mit den Rechteinhabern angewiesen. Außerdem werden die YouTube-Nutzer zunächst nur auf Englisch mit Hinweisen zum Urheberrecht versorgt. (anw)

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