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YouTube startet kostenpflichtige Kanäle

Die Videoplattform YouTube setzt nun ihren zu Jahresbeginn bekanntgewordenen Plan um, ausgewählte Kanäle hinter einer Paywall zu verstecken. Konkret sind zunächst rund 50 Angebote – darunter "Jim Henson Family TV" (von den Machern der Sesamstraße), "National Geographic Kids" und "UFC Select" (über Ultimate Fighting) – künftig nur noch gegen eine monatliche Abogebühr zwischen 1 und 8 US-Dollar erreichbar. Bezahlt wird über Google Wallet.

Die monatliche Durchschnittsgebühr liegt aktuell bei rund 3 US-Dollar, nach Angaben von YouTube sollen es jeweils eine zweiwöchentliche kostenlose Probephase und verbilligte Jahresabos geben. Buchen können die Abo-Kanäle aktuell nur US-Amerikaner, wer sie aus Deutschland ansteuert, erhält lediglich die Fehlermeldung "Dieser kostenpflichtige Kanal ist in deinem Land nicht verfügbar."

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Wer die neuen kostenpflichtigen Kanäle von einer Adresse außerhalb der USA aufruft, bekommt lediglich eine Fehlermeldung zu sehen.

Die Namen der rund 30 Partner hatte YouTube bis kurz vor Start des Projekts unter Verschluss gehalten. Auffällig ist, dass alle großen US-amerikanischen Medienunternehmen wie die Walt Disney Company und Comcast (NBC Universal) auf der Liste fehlen. Stattdessen findet man eine Reihe von Start-Ups wie Rap Battle Network, BabyFirstTV und Cars.TV. Die Höhe der Abogebühren setzen die Kanalbetreiber selbst fest, YouTube erhält 45 Prozent der Einnahmen.

Nach Angaben von US-Medien sollen mehrere der YouTube-Partner zuvor versucht haben, ihre Angebote als TV-Kanal über Kabel oder Satellit übertragen zu lassen. nachdem dies nicht geklappt hat, sehen einige nach eigenen Angaben YouTube nun sinngemäß als eine vielversprechende Alternative, um ihr Publikum zu erreichen. Dies nahmen die Medien nun wiederum zum Anlass, um das neue kostenpflichtige On-Demand-Angebot als Konkurrenz für das herkömmliche Pay-TV darzustellen. Ob es dafür reicht, wird sich zeigen müssen.

Sicher erscheint nur, dass YouTube mit dem neuen Modell keine Begeisterungsstürme unter den Bestandskunden auslösen wird. Angeblich soll das Unternehmen seinen Partnern daher zu großer Vorsicht bei der Einführung des Bezahlsystems geraten haben. (nij)

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