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YouTube stoppt Online-Klavierunterricht

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Der Niederländer Mark de Heide wurde vor kurzem in seiner Heimat noch als Internetphänomen gefeiert: "Online-Klavierlehrer verdient seine Brötchen mit Filmchen auf YouTube" war etwa in einer Zeitung über den 23-Jährigen aus Eindhoven zu lesen. Tatsächlich zählte er mit seinem eigens gegründeten Unternehmen "PGN Piano" zu den 150 besten Partnern von YouTube in den Niederlanden und konnte nach eigenen Angaben von den Werbeeinnahmen mittlerweile ein Haus finanzieren.

Damit ist nun Schluss: Kurz vor Pfingsten forderte YouTube de Heide nach dessen Angaben auf, alle seine Videos zu löschen, in denen er Schritt für Schritt erklärt hatte, wie man aktuelle Hits und bekannte Klassiker auf dem Klavier spielt. Und auch zur Löschung allgemeiner Tutorials, etwa über Akkorde, wurde der Niederländer aufgefordert. Alles in allem sollen rund 300 Clips betroffen sein. Nur einige wenige Tutorial-Videos aus der Anfangszeit sind übrig geblieben.

Nur wenige Tutorial-Videos von de Heide aus der Anfangszeit sind übrig geblieben.

In einem Video (siehe unten) erklärt de Heide, dass das Videoportal zum einen die Tutorials als Cover-Versionen der jeweiligen Musikstücke eingestuft habe und daher in der Verbreitung eine Urheberrechtsverletzung sehe. Zum anderen mache ein anderer Klavierlehrer, der auf YouTube Online-Kurse anbiete, die Verletzung seines geistigen Eigentums geltend. Konkret geht es um die Noten in Buchstabenform (C,D, E usw.), die de Heide über einer Klaviatur bei Vorspielen der Stücke eingeblendet hatte.

Der Niederländer, der vor seinem YouTube-Erfolg Rechtswissenschaften studiert hatte, weiß nach eigenen Angaben noch nicht, wie es weitergehen soll. Die Notenblätter, die de Heide neben Fan-T-Shirts seit kurzem ebenfalls angeboten hatte, sind mittlerweile auch verschwunden.

Mark de Heide äußert sich auf YouTube zur Löschung der Tutorial-Videos und zur Zukunft von PGN Piano.

(nij)

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