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YouTubes Content ID scheitert an 360°-Videos

Uploads, die Urheberrechte Dritter verletzen, verschwinden von YouTube häufig schnell wieder. Content ID erkennt viele Werke automatisch. In VR-Videos hat das System aber vorerst seinen Meister gefunden.

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Screenshot

Links eine Messehalle als Füllmaterial, rechts eine virtuelle Leinwand, die einen Film mit vietnamesischen Untertiteln zeigt.

(Bild: Screenshot)

NASA-Videos fallen immer wieder dem übereifrigen Content-ID-System zum Opfer.

Derzeit ist auf YouTube eine ganze Reihe von Kinofilmen zu sehen, deren Rechteinhaber dem sicher nicht zugestimmt haben. YouTubes Content-ID-System, das solche Videos üblicherweise schnell aufspürt, erstattet offensichtlich nicht Meldung. Der Trick der Uploader: Die 2D-Filme sind in "360 Grad" genannte Rundumvideos eingebettet. Und das, kombiniert mit verzerrtem Ton, überlistet YouTubes Abgleichsverfahren.

Der eigentliche Film ist keineswegs rundum zu sehen. Er läuft auf einer virtuellen 2D-Leinwand. Rund um diese Leinwand ist völlig uninteressantes Füllmaterial zu sehen. Zuschauer können in dem Video navigieren, aber abgesehen von dem Film, falls überhaupt, gibt es in der Regel nichts Sehenswertes zu erkunden.

Sinn der Übung ist also ganz offensichtlich, YouTubes Content-ID-Verfahren zu umgehen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis Content-ID auch 2D-Inhalte in VR-Videos aufstöbern kann. Bleibt zu hoffen, dass es auf dem Weg dorthin keine False Positives gibt.

Der cineastische Genuss ist übrigens enden wollend. Oft handelt es sich um Abfilmungen aus Kinosälen mit bescheidener Bildqualität. Die Tonqualität leidet unter der Verzerrung. Dazu kommen bisweilen exotische Untertitel.

So beschreibt YouTube sein Content-ID-System.

(ds)

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