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Youtube und Twitter suchen nach der Trollbremse

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Die Betreiber sozialer Netzwerke und Plattformen machen sich offenbar Sorgen über eine steigende Zahl von Pöblern und Trollen. So will zum Beispiel der Microblogging-Dienst Twitter neue Methoden vorstellen, um Hass-Tiraden und Beleidigungen auf der Seite zu reduzieren, wie Unternehmens-Chef Dick Costolo in der Financial Times erklärte.

Die verbalen Ausfälle hätten inzwischen ein "erschreckendes“ Ausmaß erreicht, betonte Costolo gegenüber der Zeitung. Als Gegenmaßnahme erwägt Twitter offenbar unter anderem eine automatische Filtermethode: Tweets, die an eine bestimmte Person gerichtet sind, sollen dieser nicht angezeigt werden, wenn sie von einem Account ohne Profilbild, biographische Information und Follower stammen. Gleichwohl sei sich das Unternehmen bewusst, neu angemeldete Nutzer damit zu benachteiligen. Generell befinde sich Twitter im Dilemma, einerseits Missbrauch einschränken zu wollen und andererseits auch weiterhin freie Rede sowie das Recht auf Anonymität zu ermöglichen.

Youtube will wohl ebenfalls gegen die schlimmsten Auswüchse vorgehen, die sich mitunter in den Kommentarspalten des Videoportals finden. Laut einem Bericht der Wired kündigte Produktmanager Dror Shimshowitz am Rande der Google I/O eine Überarbeitung des Kommentarsystems an. Zwar sei es derzeit schon möglich, die Kommentare komplett auszuschalten, dies sei aber nicht wünschenswert, da es die Community komplett ausschließe. Konkrete Informationen, wie die Schutzmaßnahmen aussehen sollen, wollte das Unternehmen nicht geben.

Insgesamt ergreifen nicht nur die Anbieter Initiative im Kampf gegen Online-Beleidigungen: Erst vor kurzem hatte eine britisches Gericht Facebook dazu verpflichtet, die Identität von vier Nutzern offenzulegen, die eine Frau online beleidigt und verleumdet hatten. Ferner plant die britische Regierung ein Gesetz, das die Verfolgung übler Nachrede im Netz erleichtern soll – unter anderem indem Netzprovider und Webseitenbetreiber bei der Identifikation von Pöblern herangezogen werden. In Deutschland hatte Innenminister Friedrich für die Einführung der Vorratsdatenspeicherung geworben, nachdem rassistische Tweets gegen den Fußballer Mesut Özil für Schlagzeilen gesorgt hatten. (axk)

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