Menü

ZDF: Sendungen länger in der Mediathek und Online-Only-Beiträge

Statt nur ein Jahr lang, sollen einige Inhalte der Mediathek nun zwei Jahre und länger bereitstehen. Inhalte ausschließlich für Online sollen ausgebaut werden.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 109 Beiträge

(Bild: ZDF )

Von

Das ZDF will Sendungen und Videos in seiner Mediathek künftig länger als bisher zum Abruf bereitstellen. So sollen nach einem neuen Konzept beispielsweise Magazine, Reportagen, Gesprächsrunden oder Kabarettsendungen künftig bis zu zwei Jahre statt wie bisher ein Jahr verfügbar sein. Zudem will der Sender mehr "Online-Only" oder auch "Online-First-Angebote" bereitstellen. So könnten etwa im Bereich Kultur und Wissenschaft "eigenständige Rubriken" entstehen. Das teilte der öffentlich-rechtliche Sender am Freitag in Mainz mit.

Das Kinderangebot tivi.de soll künftig bis zu fünf Jahre abrufbar sein. Bislang gilt eine Grenze von zwei Jahren. Und auch Inhalte aus den Bereichen Wissenschaft, Technik, Theologie oder Ethik, politische Bildung, Umwelt, Arbeit und Soziales sowie bestimmte Kulturinhalte sollen bis zu fünf Jahre abrufbar sein.

Die zeitliche Beschränkung für die Mediathek werde aber nicht grundsätzlich abgeschafft. Unter anderem für fiktionale Inhalte wie Filme, Reihen und Serien sei eine Begrenzung auf bis zu 12 Monate vorgesehen. Sendungen von Großereignissen, Spiele der Fußball-Bundesliga oder angekaufte Spielfilme würden laut Konzept eine Verweildauer von bis zu 30 Tagen haben.

"Das neue Konzept orientiert sich an den Erwartungen der Nutzerinnen und Nutzer, die sich längere Verweildauern von Inhalten im ZDF-Onlineangebot wünschen", erklärte das ZDF. Es will auch verstärkt Inhalte in Plattformen wie Youtube einstellen und begründet dies damit, dass "der Programmauftrag auch in den immer stärker genutzten Onlinemedien erfüllt werden" soll.

Außerdem soll es auch Beiträge geben, die nur online abrufbar und auf Onlinemedien zugeschnitten sind. Dies habe der Sender nach eigenen Angaben bereits 2012 anlässlich der Übertragung der Olympischen Spiele ausprobiert. Damals wurden exklusive Livestreams angeboten. Laut ZDF könne man so auch Randsportarten "eine große Öffentlichkeit abseits von PayTV-Angeboten" bieten. Außerdem könne das Format "ZDFheute" online "Informationsangebote ohne zwingenden Sendungsbezug schneller und besser präsentieren". Für den Kindersender ZDFtivi sollen ebenfalls eigens produzierte Inhalte entwickelt werden – darunter auch "interaktive Shows" für Kinder.

Möglich sei das neue Konzept durch den neuen Telemedienstaatsvertrag, der Anfang Mai in Kraft getreten sei, erklärte das ZDF. Allerdings muss es, sobald "damit eine erhebliche Änderung des bestehenden Telemedienkonzepts verbunden ist", einen Drei-Stufen-Test bestehen. Dieses Verfahren hat der Fernsehrat bereits eingeleitet. (mit Material der dpa) / (kbe)