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ZFS für den Linux-Kernel

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Entwickler des Lawrence Livermore National Laboratory haben in Zusammenarbeit mit Oracle große Teile des Solaris-Dateisystems ZFS auf den Linux-Kernel portiert. Ziel ist es, das verteilte Dateisystem Lustre unter Linux auf ZFS nutzen zu können.

Aus dieser engen Zielsetzung erklärt sich auch die Unvollständigkeit der Portierung von Native ZFS for Linux: Da Lustre direkt auf der Data Management Unit (DMU) von ZFS aufsetzt, die zwischen dem Storage Pool Allocator (SPA, Schnittstelle zur Speicher-Hardware) und dem ZFS Posix Layer (ZPL, Schnittstelle zum Betriebssystem) vermittelt, haben die Entwickler den ZFS Posix Layer noch nicht auf Linux portiert. Damit lassen sich ZFS-Volumes beim derzeitigen Entwicklungsstand unter Linux nicht mounten. Am ZPL werde jedoch schon gearbeitet.

Native ZFS for Linux lässt sich derzeit mit Kernel-Versionen bis 2.6.32 übersetzen; getestet sind unter anderem der Kernel 2.6.32 von Fedora 12 und der Beta-Version von Red Hat Enterprise Linux 6 sowie 2.6.18 aus RHEL 5. Zum Übersetzen sind der Solaris Porting Layer und ein 64-bittiges Linux-System erforderlich.

Bislang lässt sich ZFS unter Linux lediglich über FUSE als Dateisystem im Userspace nutzen (zfs-fuse), was Performance-Nachteile mit sich bringt. Grund dafür ist die Lizenz-Inkompatibilität zwischen Linux-Kernel (GPL) und ZFS (wie OpenSolaris CDDL): Es ist nicht möglich, Code zu vertreiben, der gleichzeitig die Bedingungen von GPL und CDDL erfüllt. Dieses Problem kann auch Native ZFS for Linux nicht lösen: Der Code kann nicht zusammen mit dem Linux-Kernel vertrieben werden; Anwender müssen ihn selbst herunterladen und übersetzen. Der Einsatz ist dann legal.

Siehe dazu auch:

(odi)