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ZTE erneuert Österreichs größtes UMTS-Netz

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Der chinesische Mobilfunk-Ausrüster und Endgeräte-Hersteller ZTE liefert die Basisstationen (Node-B), die Hardware für deren Richtfunk-Anbindungen sowie das Core-Netzwerk für das größte 3G-Netz Österreichs. Das Netz war zunächst von 3 (Hutchison 3G Austria) errichtet worden, seit der Übernahme ehemaliger tele.ring-Sendestandorte erreicht es 94 Prozent der Österreicher an ihrem Wohnsitz. Damit ist es das flächenmäßig größte 3G-Netz des Landes. Mit mehr als einem Petabyte pro Monat liegt dieses Netz nach Angaben von 3 auch beim übertragenen Datenvolumen voran. Seit kurzem gehört das Netz der China Development Bank (CDB) und wird von 3 gemietet.

Die neue Hardware von ZTE wird die Netzkapazität verzehnfachen, was angesichts stark wachsender Datenmengen erforderlich ist. Mobiles Breitband stellt in Österreich inzwischen ähnlich viele Breitbandanschlüsse wie DSL und Kabel zusammen. Als Einziger der vier UMTS-Netzbetreiber bietet 3 unter anderem eine echte Flatrate, bei der die Übertragungsgeschwindigkeit nicht gedrosselt wird. Ziel von 3 ist es, nach erfolgter Netz-Erneuerung allen Kunden den Empfang von HD-Video-Streams ohne Zwischenspeicherung oder Unterbrechungen auch zur Zeit der stärksten Netzauslastung (in den Abendstunden, Anm.) zu ermöglichen.

Die neuen Node-B von ZTE bieten Dual Carrier HSPA+, was bis zu 42 MBit/s Datenübertragung ermöglicht. Für das geplante Upgrade auf LTE soll dann eine Software-Umstellung ausreichen. Bei der Richtfunk-Infrastruktur gelangt nunmehr Ethernet Microwave zum Einsatz, was die Bandbreite der Anbindungen erhöht. Damit sollen die für LTE erforderlichen 100 MBit/s übertragen werden können. In Teilbereichen erfolgt zudem eine topologische Neustrukturierung, um die Leistung an bestimmten Standorten der steigenden Nutzung anzupassen. Die technischen Installationsleistungen an den Sendestandorten werden nicht von ZTE durchgeführt sondern sind an Alpine Energie ausgelagert. In Wien sei bereits ein LTE-Cluster im 2,6-Ghz-Band in Betrieb, informierten 3 und ZTE am heutigen Dienstag in Barcelona. Die passenden Endgeräte lassen noch ein bisschen auf sich warten.

Das neue 3-Netz soll nicht nur leistungsfähiger sein, sondern auch weniger Energie verbrauchen. Vorhandene Masten und Gehäuse bleiben unverändert, auch mehr als 10.000 Antennen können weiter genutzt werden. Die Hälfte der Arbeit ist bereits erledigt, bis Herbst soll die zweite Hälfte der Netz-Hardware ausgetauscht sein. Bei einem nicht repräsentativen Test von heise online in Wien ergab sich auch mit herkömmlicher HSPA-Hardware (7,2 MBit/s) eine deutliche Erhöhung der Brandbreite: Statt früher 2,5 bis 3 MBit/s konnte man bis 5,9 MBit/s im Download erreichen. (jk)