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Zedler-Medaille: 5000 Euro für wissenschaftliche Wikipedia-Artikel

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Die Zedler-Medaille soll die wissenschaftliche Reputation der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia steigern. Die Autoren der besten Artikel zu geistes- und naturwissenschaftlichen Themen werden mit jeweils 2500 Euro belohnt.

Der Preis wird von dem Verein Wikimedia Deutschland, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie dem Verlag Spektrum der Wissenschaft verliehen. Ziel der Ausschreibung sei es – so die offizielle Mitteilung – einen Anreiz zur breitenwirksamen Aufbereitung wissenschaftlicher Themen zu geben und diese damit für ein breiteres Publikum sichtbar zu machen. Bereits im vergangenen Jahr war der Preis ausgelobt worden – allerdings kamen hier nur die Geisteswissenschaftler zum Zuge. Die Medaille erhielt der renommierte Autor Josef Winiger für seinen Artikel über den Philosophen Ludwig Feuerbach. Wikimedia bemüht sich seit Jahren, Wissenschaftler für die Mitarbeit in dem Online-Lexikon zu motivieren.

Die Gewinner der Zedler-Medaille werden von einer Jury aus Wikipedianern, Journalisten und Wissenschaftlern verschiedenster Fachbereiche gekürt. Die Artikel müssen nicht in der Wikipedia selbst angelegt werden, sondern können auch per E-Mail an die Jury übermittelt werden. Bedingung ist aber, dass die Arbeit unter eine freie Lizenz gestellt wird, die die Übernahme in die freie Online-Enzyklopädie ermöglicht. Damit es nicht zu Überschneidungen kommt, sind nur Artikel zugelassen, die noch nicht in der Online-Enzyklopädie existieren oder die wesentlich erweitert werden. Einsendeschluss ist der 19. Oktober.

Dass die Wikipedia nicht nur für populärwissenschaftliche Zwecke taugt, bewies US-Senator John McCain vergangene Woche, als er sich bei einem Statement zum Konflikt in Georgien offenbar stark vom Online-Lexikon inspirieren ließ, was von Bloggern und Journalisten schnell angeprangert wurde. Die Mitarbeiter McCains dementieren jedoch, dass das Statement abgeschrieben sei – die Übereinstimmungen seien rein zufällig. Dass der Senator selbst in die Wikipedia nachgelesen hat, scheint jedoch ausgeschlossen. Der Präsidentschaftskandidat in spe räumte in mehreren Interviews freimütig ein, dass er mit dem Internet bisher eher wenig anfangen kann. (Torsten Kleinz) / (jk)

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