Menü

Zedler-Medaille für Wikipedia-Beitrag über Ludwig Feuerbach

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 72 Beiträge

Nicht nur Amateure und Studenten können in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia schreiben: Für seinen herausragenden Beitrag über den deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach bekommt der Autor Josef Winiger die Johann-Heinrich-Zedler-Medaille verliehen.

Wininger ist ausgewiesener Feuerbach-Experte: Er promovierte in München über "Feuerbachs Weg zum Humanismus", ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Nürnberger Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft und veröffentlichte 2004 eine Biographie des Philosophen. Um sein Fachwissen korrekt in die Wikipedia einzuarbeiten, hatte der 64jährige die Hilfe des Wikipedia-Mentorenprogramms in Anspruch genommen, das Neulinge bei ihren ersten Schritten in der Online-Enzyklopädie unterstützt. Mit dieser Hilfe hatte Wininger den Artikel in nur vier Tagen komplett überarbeitet. Von der Identität des Wikipedia-Autoren hatte die Jury keine Kenntnis, als sie den Artikel einstimmig zum Sieger des Wettbewerbs kürte.

Den mit 3000 Euro dotierten Preis hatte der Verein Wikimedia Deutschland in Zusammenarbeit mit der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur und dem Verlag Spektrum der Wissenschaft ausgelobt. Ziel war die Erstellung von allgemeinverständlichen Artikeln aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich. Die Medaille ist nach dem Enzyklopädie-Pionier Johann Heinrich Zedler benannt, dessen Universallexikon mit 289.000 Artikeln nun in neuer Aufmachung online abrufbar ist.

Um noch mehr hochrangige Experten für die Arbeit in der Wikipedia zu gewinnen, veranstaltet Wikimedia Deutschland am Freitag und Samstag in Mainz einen Kongress unter dem Motto "W wie Wissen – Wikipedia und Geisteswissenschaften im Dialog". Dort werden sich etwa 100 Geisteswissenschaftler mit aktiven Wikipedia-Autoren treffen, um sich über die Wikipedia als Medium zur Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte auszutauschen. Die Veranstaltung ist Teil des Wissenschaftsjahres und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. (Torsten Kleinz) / (jk)

Anzeige
Anzeige