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Zeitgeist in Googles Welt: "eBay", "YouTube" und "Wetter"

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"eBay", "YouTube", "Wetter", "GMX", "Google", "Video", "Wikipedia", "Web.de", "Bild" und "Telefonbuch" sind in dieser Reihenfolge die von Deutschland aus im Jahr 2008 meistgesuchten Begriffe in der Suchmaschine Google. Die Begriffe "Routenplaner", "StudiVZ", "ICQ", "Ikea" und "Das Örtliche" schafften es nicht wie im Vorjahr in die Top Ten. Wie oft die meistgesuchten Begriffe von Google-Nutzern eingegeben wurden, hat der Suchmaschinendienstleister nicht bekannt gegeben.

Die Liste der zehn "schnellstwachsenden Suchbegriffe" führt "wer kennt wen" an, womit anscheinend das gleichnamige Social Network gemeint ist, das nach eigenen Angaben knapp 5 Millionen Mitglieder aufweist. An zweiter Stelle folgt in dieser Wertung "juegos". Eine Suche hiernach soll vermutlich zum gleichnamigen Online-Spiele-Anbieter führen. Auf den folgenden drei Plätzen stehen mit "facebook", "schüler vz" und "studi vz" weitere drei Social Networks. Bereits im Vorjahr tauchten drei Social Networks in dieser Rangliste auf.

Mit "fussball", "olympia", "peking 2008" und "em 2008" stehen vier Begriffe aus der Sportwelt in der Top Ten der Nachrichtensuche news.google.de, nämlich auf den Plätzen 1, 4, 7 und 10. Die Nachrichtensucher interessierten sich demnach vorrangig auch für "deutsche bahn" (2.) sowie für den künftigen US-Präsidenten Barack Obama, der auf Platz 5 landete. Vermutlich die Finanzkrise und damit einhergehende Börsenturbulenzen beförderten den "dax" auf Platz 6. Reges Interesse erregten zudem noch "topmodel" auf Platz 9 und "dsds" auf Platz 8, die landläufige Abkürzung für den Gesangswettbewerb "Deutschland sucht den Superstar".

Meistgesuchte Person bei Google war in diesem Jahr Britney Spears. Auch bei der Google-Konkurrenz Yahoo und Microsoft wurde in diesem Jahr viel nach ihr gesucht. Der Vorjahreserste in dieser Wertung, Bushido, rutschte auf Platz vier ab und wurde von dem in diesem Jahr verstorbenen Schauspieler Heath Ledger und Barack Obama überholt. In Googles Buchsuche dominieren in diesem Jahr die Begriffe "marketing", "harry potter", "google", "goethe", "controlling", "bibel", "java", "duden", "feuchtgebiete" und schließlich "el secreto".

Ob mit den Listen tatsächlich der "Zeitgeist" ausgedrückt wird, wie Google die alljährliche, gefilterte Auswertung seiner Suchbegriffe nennt, sei dahingestellt. In der Liste der häufigsten Suchanfragen stehen viele Begriffe, denen nur eine Top Level Domain angehängt werden müsste, um zum gesuchten Ziel zu kommen. Es mag – wie schon früher spekuliert – dem "Zeitgeist" entsprechen, bei Eingabe in die Adresszeile die Adressendung wegzulassen, wodurch bei vielen Webbrowsern eine Google-Suche "Auf gut Glück" gestartet wird; oder es wird statt der Adresszeile des Webbrowsers lieber das Suchfenster bemüht; oder die Webnutzer bemühen Google, einfach weil es bei ihnen die Startseite ist. Oder die Google-Nutzer verlangen tatsächlich nach Hintergrundinformationen, zum Beispiel über den Fünftplatzierten Google – was dann aber die Frage aufwirft, warum "Sex" und "Porno" nie in den am häufigsten genutzten Suchbegriffen auftaucht, wo sich doch angeblich praktisch alle Internet-Nutzer dafür interessieren ... (anw)

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