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Technology Review

Zika: Manipulierte Insekten sollen Virus stoppen

Die Firma Oxitec setzt in Brasilien genveränderte Mücken aus, um wilde Artgenossen mit dem Zika-Virus zurückzudrängen. Tests verlaufen erfolgreich, aber der Preis für die genveränderten Mücken könnte ein Hindernis sein.

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Manipulierte Insekten sollen Virus stoppen

Genetisch veränderte Insekten können ihre wilden Artgenossen verdrängen. Mit dem Konzept will die britische Firma Oxitec die Verbreitung des Denguefiebers oder des Zika-Virus eindämmen, berichtet Technology Review in seiner April-Ausgabe (ab Donnerstag am Kiosk oder online bestellbar).

Die Weibchen der Art Aedes aegypti sind die Krankheitsüberträger. Die genmanipulierten Männchen aus den Laboren von Oxitec, einem britischen Unternehmen, werden nahe der Stadt Piracicaba in einer Anlage gezüchtet, die zwei Millionen Stück pro Woche liefern kann. Die Insekten produzieren große Mengen eines für sie selbst tödlichen Proteins. Nur das Antibiotikum Tetracyclin schützt sie, solange sie damit gefüttert werden. Von der brasilianischen Biosicherheitsagentur wurden die genveränderten Tigermücken zwar schon vor zwei Jahren zugelassen, können aber nicht verkauft werden, solange nicht auch die Genehmigung der medizinischen Aufsichtsbehörde vorliegt.

Das Projekt in Piracicaba ist daher ein Test. Die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend: Nachdem zehn Monate lang genmanipulierte Mücken in zwei Vierteln ausgesetzt wurden, ist die Zahl der Dengue-Fälle unter den 5600 Einwohnern von 133 pro Jahr auf nur noch einen gefallen. Nach von der Stadt und Oxitec gesammelten Daten wurde die Population der wilden Mücken in den Vierteln um 80 Prozent reduziert.

Beamte in Piracicaba rechnen mit Kosten von umgerechnet sieben Euro pro Person und Jahr – bei 390.000 Einwohnern also 2,7 Millionen Euro. Billiger ist da die Verwendung von Sprays und Larviziden. Die Genmethode lohnt sich erst dann, wenn auch die durch Erkrankungen verursachten ausgefallenen Arbeitszeiten eingerechnet werden. Noch ist die Entscheidung, welche Methode zum Einsatz kommt, seitens der Regierung nicht gefallen. Vertreter der Stadt würden jedoch gern auf die genveränderten Mücken umsteigen.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)

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