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Zitis: Staatliche Hacker sollen Verschlüsselung mit Quantencomputer knacken

Die Bundesregierung hat ein 650 Millionen Euro schweres Förderprogramm für Quantentechnik aufgelegt. Ein Schwerpunkt ist der Sicherheitsbereich.

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Zitis: Staatliche Hacker sollen Verschlüsselung mit Quantencomputer knacken

(Bild: Shutterstock)

Die vor einem Jahr eingerichtete "Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich" (Zitis) plant an ihrem künftigen Standort an der Universität der Bundeswehr München einen Quantencomputer zu nutzen, um klassische Verschlüsselungsverfahren einfacher brechen zu können. Dies geht aus dem Förderprogramm für Quantentechnik hervor, das die Bundesregierung am Mittwoch beschlossen hat.

Das Bundeskabinett will so "die starke Position Deutschlands in der Forschung auf dem Gebiet der Quantenphysik ausbauen und den Weg zu quantentechnischen Anwendungen öffnen". Dafür sollen bis zum Ende der Legislaturperiode 2022 rund 650 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung bereit stehen.

Mithilfe von Quantentechnik will die Regierung die "Sicherheit und technologische Souveränität" gewährleisten. Anwendungen mit Lichtteilchen hätten in diesem Bereich "enorme Auswirkungen", heißt es in dem Papier. Insbesondere sei die Datensicherheit betroffen.

Die Quantenkommunikation gelte einschließlich eines darauf basierenden Schlüsselaustauschs einerseits als sicher, schreibt das Kabinett. Abhörversuche würden in Form von Datenverlusten sofort auffallen. So könnten "abhörsichere Kommunikationsnetzwerke" eingerichtet werden. Andererseits könnten künftig Dritte imstande seien, mithilfe von Quantencomputern Algorithmen traditioneller Kryptosysteme wie RSA zu entschlüsseln.

Die staatliche Hackerbehörde Zitis soll einen Quantenrechner gemeinsam mit dem Forschungsinstitut "Cyber Defence (Code)" nutzen. Die Bundeswehr-Uni in München habe bereits einen Kooperationsvertrag mit IBM abgeschlossen, um dort einen "Quanten-Hub" zu etablieren. Diese Schnittstelle biete die Möglichkeit zum kontinuierlichen Austausch zwischen den Bundesministerien für Inneres und Verteidigung, "da die Entschlüsselung bestehender IT-Sicherungssysteme in beiden Ministerien große Bedeutung besitzt". (Stefan Krempl) / (anw)

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