Zoom bessert nach: Keine Meeting-IDs mehr in der Titelleiste

Mit weiteren Detailverbesserungen will Zoom die Videokonferenzen seiner Nutzer vor "Zoom-Bombing" schützen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 50 Beiträge
Von

Videokonferenzdienst Zoom hat für alle Plattformen neue Versionen seiner Client-Software bereitgestellt, die die Sicherheit der Online-Meetings verbessern soll. Zu den Detailverbesserungen gehört, dass die Meeting-ID nun nicht mehr wie bisher gut sichtbar in der Titelleiste steht. Ebenfalls soll ein neuer "Security"-Button relevante Einstellungsoptionen bündeln – hier lassen sich etwa Rechte der Teilnehmer einstellen, ein Warteraum für neue Teilnehmer einrichten oder das Meeting komplett nach außen sperren.

Mit den Verbesserungen reagiert das Unternehmen wohl vor allem auf das Phänomen des "Zoom-Bombings", bei dem sich Trolle durch das Erraten von Zoom-Meeting-IDs – derzeit neun-, zehn- oder elfstellige Ziffernfolgen – in laufende Zoom-Konferenzen einklinkten und beispielsweise pornografische und rassistische Inhalte einfügten. Das war möglich, weil jeder, der die ID eines nicht-passwortgeschützten Meetings kannte, auch ungefragt teilnehmen konnte.

Erschwerend kam hinzu, dass nicht wenige Leute – prominentester Fall der britische Premierminister Boris Johnson – zum Beispiel Screenshots ihrer Zoommeetings mit gut sichtbarer Meeting-ID über soziale Medien teilten. Inzwischen hat Zoom aber Schranken hochgezogen: Erstellen Konferenz-Organisatoren eine neue Einladung, legt das System automatisch ein Passwort fest.

Im Zuge der Coronakrise mit Kontaktverboten und dem Wechsel ins Homeoffice hat Zoom einen wahren Nutzeransturm erlebt. Die tägliche Nutzerzahl sprang von 10 Millionen im Dezember auf zuletzt 200 Millionen hoch. In Folge der großen Popularität schauten auch Datenschützer und Sicherheitsexperten genauer hin und entdeckten einige fragwürdige Praktiken.

Angesichts der Kritik kündigte Zoom-Chef Eric Yuan an, in den kommenden drei Monaten sollten keine neuen Funktionen eingeführt, sondern Schwachstellen gestopft werden. Zuletzt wurde bekannt, dass Google auf den Dienstrechnern seiner Mitarbeiter Zoom untersagt, weil es nicht den Sicherheitsansprüchen genüge. (axk)