Zoom korrigiert runter: Nicht 300 Millionen Nutzer, sondern Teilnehmer

Videokonferenz-Anbieter Zoom behauptete, in wenigen Monaten auf 300 Millionen tägliche Nutzer geklettert zu sein – und musste da jetzt zurückrudern.

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Zoom korrigiert runter: Nicht 300 Millionen Nutzer, sondern Teilnehmer

(Bild: rukawajung/Shutterstock.com)

Von
  • Axel Kannenberg

Vergangene Woche hatte der Videokonferenz-Dienst Zoom noch behauptet, im April die Marke von 300 Millionen täglichen Nutzer erreicht zu haben – nun musste das Unternehmen offenbar zurückrudern. Der Blogpost von vergangener Woche spricht jetzt nur noch von 300 Millionen täglichen Teilnehmern. Der Unterschied liegt in der Zählweise: Ein Nutzer kann täglich an mehreren verschiedenen Videokonferenzen teilnehmen – und damit mehrfach als täglicher Teilnehmer gezählt werden, während bei der täglichen Nutzerzahl eben nur eine Person verzeichnet wird.

Die Änderung am Blogeintrag nahm Zoom am gestrigen Mittwoch vor und sprach von einem selbstverschuldeten "Flüchtigkeitsfehler". Aktuelle Nutzerzahlen für Zoom sind also nicht bekannt. Im vergangenen Dezember sollen sie nach Unternehmensangaben noch bei 10 Millionen gelegen haben. Dennoch dürfte der Videokonferenzdienst einer großen Profiteure der Corona-Krise sein – Onlinemeetings boomen eben in Zeiten von Kontaktverboten und großflächig ins Homeoffice verschobener Büroarbeit. Kritik wegen Datenschutzmängeln und zweifelhafter Sicherheitspraktiken bei Zoom wurden aber bereits laut.

Auch die Konkurrenz der großen Tech-Konzerne kann sich am Boom erfreuen: Microsoft teilte zum Beispiel kürzlich mit, bei Teams 75 Millionen tägliche Nutzer erreicht zu haben, eine Verdopplung seit Anfang März. Googles Dienst Meet wiederum soll dem Suchmaschinenriesen zufolge eine Verdreißigfachung der Zahlen seit Januar erlebt haben. Im April habe Meet die Zahl von 100 Millionen täglichen Konferenzteilnehmern überschritten. Um die große Nachfrage auf sich zu bündeln, versuchen sich die Dienste auch derzeit gegenseitig zu überflügeln, etwa durch Gratis-Angebote, Erhöhung maximaler Teilnehmerzahlen bei Videoanrufen, Aufhebung vom Account-Zwang und ähnlichem.

[UPDATE, 30.04.2020, 16:15]

Angabe bei Google Meet korrigiert – auch hier ging es um tägliche Teilnehmer, nicht um Nutzer, wie in der ersten Fassung der Meldung noch stand. (axk)