Zoom ruft Ex-Sicherheitschef von Facebook zur Hilfe

Nachdem zahlreiche Lücken und Datenschutzprobleme offenbar wurden, holt sich der Videokonferenzdienst Zoom Unterstützung ins Haus.

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(Bild: silvabom/Shutterstock.com)

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Der Videokonferenz-Dienst Zoom holt sich nach Kritik an seinen Sicherheitsvorkehrungen Unterstützung aus der Branche. Unter anderem verpflichtete die Firma den ehemaligen IT-Sicherheitschef von Facebook, Alex Stamos, als Berater. Außerdem wurde ein beratendes Gremium mit Experten unter anderem von Netflix, Uber und der Spielefirma Electronic Arts gegründet, wie Zoom-Chef Eric Yuan am Mittwoch bekanntgab.

Stamos genießt viel Respekt in der Branche. Bei Facebook entdeckte sein Team frühzeitig die von Russland aus betriebenen Propaganda-Kampagnen im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. Später wurde bekannt, dass er das Top-Management des Online-Netzwerks dazu drängte, die Erkenntnisse schneller öffentlich zu machen. Aktuell forscht Stamos zu Desinformation im Netz an der Stanford-Universität.

Zoom wurde ursprünglich für Videokonferenzen in Unternehmen eingesetzt. In der Coronavirus-Krise explodierte aber die Nutzung nicht nur durch vermehrte Heimarbeit, sondern auch durch private Videochats von Verbrauchern. Die tägliche Nutzerzahl stieg von 10 Millionen im Dezember auf zuletzt 200 Millionen. Die breite Nutzung – und die verstärkte Aufmerksamkeit von IT-Experten – förderten zahlreiche Sicherheitslücken und Datenschutz-Probleme zutage. Yuan kündigte bereits an, in den kommenden drei Monaten sollten keine
neuen Funktionen eingeführt, sondern Schwachstellen gestopft werden. (axk)