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Zu viel Betrug: Facebook untersagt Werbung für Kryptowährungen

Mit einem pauschalen Verbot will der Social-Media-Konzern einer Schwemme von unseriösen Angeboten begegnen. Scammer nutzen den Hype um Kryptowährungen und Tokens für Betrugsmaschen.

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Facebook

Kryptowährung: Facebook kann zwischen seriösen und unseriösen Kampagnen nicht unterscheiden

(Bild: dpa, Oliver Berg)

Kryptowährungen und Initial Coin Offerings dürfen nicht mehr bei Facebook beworben werden. Der Social Media-Konzern verkündete die neue Richtlinie nun in einem Blogbeitrag.
Von dem Verbot sind auch Firmen betroffen, die keine unseriösen Angebote in dem Bereich machen.

Produktmanager Rob Leathern begründet den neuen Schritt mit der Glaubwürdigkeit von Facebook-Anzeigen. "Wir wollen, dass Nutzer durch Facebook von neuen Produkten und Dienstleistungen erfahren können, ohne Angst vor Betrügereien und Irreführungen haben zu müssen", erklärt er in dem Blogbeitrag. So gebe es derzeit viele Firmen, die Crypto-Währungen, Initial Coin Offerings und sogenannte binäre Optionen bewerben, und dabei die Kunden offenkundig täuschen wollten.

Leathern gestand ein, dass es Facebook derzeit nicht möglich sei, in dem Bereich zwischen seriösen und unseriösen Kampagnen zu unterscheiden. Erst wenn Facebook mehr über die Signale solcher Finanzwerbungen gelernt habe, werde man das derzeit breit formulierte Verbot und seine Durchsetzung überdenken. Leathern fordert die Nutzer auf, solche Werbungen, die das Verbot erfolgreich umgingen, manuell an die Qualitätssicherung von Facebook zu melden.

Der Hype um Bitcoin und andere Crypto-Währungen haben einen regelrechten Boom ausgelöst: Eine unüberschaubare Zahl von windigen Angeboten wirbt derzeit um Anleger und Kunden. Initial Coin Offerings, kurz ICOs, sind eine Mischung aus Risikokapital und Schwarmfinanzierung auf Basis von Kryptowährungen. Mittlerweile setzen auch Firmen wie Kodak auf dieses Mittel, um von dem Hype im Anlegermarkt zu profitieren.

Daneben gibt es eine Vielzahl unseriöserer Angebote. So berichtet die Wochenzeitung "Die Zeit" von dem vorgeblichen Kryptowährungs-Händler Bitsequence, der Investoren mit einem Renditeversprechen von drei Prozent täglich anlockte - demnach hätten Anleger nach einem Jahr mit dem 50.000fachen ihrer Investition rechnen können. Wer neue Anleger für Bitsequence warb, konnte hohe Provisionen kassieren.

Doch die Recherche der Zeitung zeigte: Eine tatsächliche wirtschaftliche Aktivität konnte das Unternehmen nicht aufzeigen. Zudem war die angegebene Firmen-Anschrift falsch, wer hinter dem Angebot steckte, ist unklar. Kurz nach der Veröffentlichung des Artikels ging die Website von Bitsequence offline. Das Geld der Anleger ist wahrscheinlich verloren. (bme)

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