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Zukunftspreis für Forscher aus Jena und Regensburg

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Forscher des Jenaer Fraunhofer-Instituts haben gemeinsam mit einem Regensburger Unternehmen den Deutschen Zukunftspreis für die Entwicklung leistungsstärkerer Leuchtdioden (LEDs) erhalten. Gestern Abend verlieh Bundespräsident Horst Köhler in Berlin die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung. Der Deutsche Zukunftspreis wurde in diesem Jahr zum elften Mal vergeben. Aus 23 Bewerbungen wurden vier Teams von einer Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft für die Endrunde nominiert.

Dr. Stefan Illek, Dr. Andreas Bräuer, Dr. Klaus Streubel

Die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik sowie der Firma Osram Opto Semiconductors GmbH haben LEDs dreifach verbessert: Sie entwickelten neue Chips, ein Gehäuse und eine Spezialoptik. Die Technik kann Autoscheinwerfer oder Flachbildschirme besser zum Leuchten bringen. Hinter der Innovation stehen die Wissenschaftler Klaus Streubel und Stefan Illek (DOC-Datei) aus Regensburg, die seit 1999 an neuen Halbleiterchips getüftelt haben. Andreas Bräuer aus Jena entwickelte die passende Optik dazu. Dank der gemeinsamen Erfindung des Teams eröffnen sich für LEDs, die langlebiger und energiesparender sind als herkömmliche Glühbirnen, viele neue Einsatzgebiete bis hin zur Straßenlaterne.

Die Auszeichnung freue ihn besonders für die 50 bis 60 Forschungsmitarbeiter im Hintergrund, die sonst nie zur Geltung kämen, sagte Streubel. Weitere Pläne über die Verwendung des Geldes gebe es noch nicht. "Wir machen auf jeden Fall weiter. Unsere nächste große Herausforderung sind die Flachbildschirme." Erste Anwendungen gebe es bereits.

Köhler forderte vor der Preisverleihung erneut einen schnelleren Transfer des Wissens von der Forschung in die Wirtschaft. "Wir müssen die Angst verlieren, zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu kooperieren", sagte er. "Das passiert zwar, aber für meine Begriffe etwas zu langsam." Den Preis übergab Regisseur und Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck mit den Worten: "Sie wissen, dass das, was Sie entwickeln, für den Menschen von Nutzen ist. Ich kann das nur hoffen."

Die anderen nominierten Wissenschaftler wie Dr. Peter Kürz und sein Team von der Carl Zeiss SMT AG haben Komponenten zur EUV-Technik als Grundlagen für eine weitere Miniaturisierung und neue Anwendungen der Mikroelektronik entwickelt oder wie Dr.-Ing. Andreas Gutsch und sein Team von Evonik Industries sowie von der Universität Duisburg-Essen einen Keramikseparator als Basis für sichere Lithium-Ionen-Batterien mit hoher Kapazität für Hybridfahrzeuge. Das vierte nominierte Team um Dr. Niels Fertig von Nanion Technologies und der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität entwickelte eine Technik für die Automatisierung des so genannten Patch-Clamping-Verfahrens zur vereinfachten Suche nach Medikamenten. (anw)