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Zum Tode von Arthur C. Clarke: Es ist nicht erwiesen, dass Intelligenz überlebt

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Im Alter von 90 Jahren ist Arthur C. Clarke am frühen Mittwoch in seiner Wahlheimat Sri Lanka an Herzversagen gestorben. Das gab Scott Chase von der Arthur C. Clarke Foundation bekannt. Nach Auskunft von Chase litt der Schriftsteller seit seinem 90. Geburtstag an starken Atembeschwerden und musste häufig das Krankenhaus aufsuchen.

Bis zum Schluss glaubte der Science-Fiction-Autor an den Fortschritt der Wissenschaft, den er in über 100 Büchern vorwegnehmend beschreiben wollte. Zum 90. Geburtstag ließ er eine Aufzeichnung veröffentlichen, die sich mit seinem baldigen Ableben beschäftigte. In ihr bedauerte er leicht doppeldeutig, dass es zu seinen Lebzeiten keinen Kontakt mit intelligentem Leben gegeben habe. Zuvor hatte er in einem Interview drei Wünsche für die weiterlebende Menschheit geäußert: sie soll über unerschöpfliche, saubere Energie verfügen, eine sichere und billige Transporttechnik in den Weltraum besitzen und konstruktionsbedingte Schwächen des menschlichen Körpers eliminieren. Mit seinem eigenen Körper hatte er diese Schwächen ertragen müssen: Die letzten 30 Jahre verbrachte der aus einer westenglischen Bauernfamilie stammende Clarke im Rollstuhl und litt an den Folgen einer Polio-Erkrankung, die in seiner Kindheit nicht auskuriert werden konnte.

Mit Arthur C. Clarke ist der letzte große Schriftsteller gestorben, der die "goldene Zeit" der Science-Fiction geprägt hat. Im unerschütterlichen Glauben an den menschlichen Fortschritt kündete die Literatur von der Eroberung des Weltraums. Der am 16. Dezember 1917 geborene Clarke engagierte sich frü in der 1933 gegründeten "British Interplanetary Society", die sich wissenschaftlich mit der Weltraumfahrt beschäftigen sollte. Die wissenschaftliche Orientierung führte ihn dazu, die Konstruktion von geostationären Satelliten vorherzusagen und als studierter Mathematiker zu berechnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfasste Clarke Texte, in denen er die kommende Weltraumfahrt zu erklären versuchte. Mit seinem 1953 erschienenen Buch "Aufbruch zu den Sternen" etablierte er sich als Science-Fiction-Autor.

Sein bekanntestes Werk ist die Erzählung "Der Wächter", aus der der Roman "2001: Odyssee im Weltraum" und schließlich Stanley Kubricks Film entstand. Auch hier geht es um außerirdische Intelligenz, an deren Existenz Clarke niemals zweifelte. Eher äußerte er, besonders nach den Erfahrungen der Tsunami-Katastrophe 2004, Zweifel an der menschlichen Intelligenz und Rationalität. In einer Rede vor dem US.amerikanischen Kongress im Jahre 1975 ordnete Clarke sein Lebenswerk in die Reihe großer Schriftsteller ein: "Ich bin mir sicher, dass wir niemals Menschen auf den Mond geschickt hätten, wenn es nicht Wells und Verne gegeben hätte, die dies vorweg beschrieben haben und damit andere inspirierten, über die Technik nachzudenken. Ich bin sehr stolz darauf, dass aus Menschen, die meine Bücher gelesen hatten, Astronauten wurden." (Detlef Borchers) / (vbr)

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