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Zum Tode von Robert Basic: Kritisieren kann man sie immer noch

Im Alter von 51 Jahren ist Robert Basic gestorben. Der Blogger der ersten Stunde war ein menschenfreundlicher Technikfan.

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Zum Tode von Robert Basic: Kritisieren kann man sie immer noch

Robert Basic auf der #rp14 in Berlin

(Bild: Markus Henkel / CC BY-SA 2.0 )

Nein, in die heiligen Hallen der Wikipedia hat er es nicht geschafft. Aber das traf ihn nicht, denn Robert Basic konnte darüber lachen.

Und natürlich hat er drüber gebloggt, "ob denn der Robert Basic alle Richtlinien erfüllt, um als Person in der Wikipedia verewigt zu werden. Es geht dabei um ‘Relevanzkriterien’. Was auch immer die beinhalten. Auf der menschlichen Ebene finde ich es eh abstrus, sich über die ‘Relevanz’ von Personen zu unterhalten, ganz so als seien manche Tiere gleicher."

Auf Basic Thinking sorgte sich Robert viel mehr darüber, dass die Wikipedia selbst an Regeln von Regeln von Regeln zu ersticken drohe, begleitet von einer grauslichen Sprache, die solche Unworte wie "Relevanzkriterien" kennt. Dabei hatte er mit seinem schlicht gestarteten Blog durchaus Relevanz, schließlich wurde er mit seiner ausgesprochen freundlichen Art, über Gott und die Welt und die Technik zu schrieben, zum meistgelesenen deutschen Blogger.

In der sich ab 2003 entwickelnden deutschen Blogger-Szene, in der mit harschen Worten und verletzenden Äußerungen nicht gespart wurde, machte Basic eine etwas andere Figur -- und verdiente damit auch noch gutes Geld. Auch wenn das nicht mit den Summen zu vergleichen war, die Basic zuvor als ITler bei der Deutschen Bank in Frankfurt verdient hatte. Der Hass einiger war ihm sicher – erst recht, als er Basic Thinking erfolgreich verkaufen und als Nachfolger die Buzzriders starten konnte.

In einem seltsamerweise "Der Einheizer" betitelten Porträt von Robert Basic bei Technology Review kommt zum Ausdruck, was seine Art des Schreibens ausmachte: "Er wolle, sagt er ohne Ironie, allen Menschen und Ideen erst einmal mit Offenheit begegnen. 'Kritisieren kann man sie ja anschließend immer noch.' Was er auch tut, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen."

Die Menschenfreundlichkeit scheint in einem seiner letzten Texte durch. Wo üblicherweise bloggende Bahnreisende 100 Zeilen Hass über die Bundesbahn veröffentlichen, lobte Robert Basic die Zug-Chefin. Zuletzt schrieb er bei den Mobile Geeks, die auch um ihren Kollegen trauern. (Detlef Borchers) / (vbr)

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