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Zustrom zu Twitter stockt

Twitter konnte im Schlussquartal 2015 den Umsatz um die Hälfte steigern und den Verlust reduzieren. Im Vergleich zum dritten Quartal blieb die Zahl der User konstant. Und das wurmt die Investoren.

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Es wurde weniger getwittert.

(Bild: Buddhabrot CC-BY 2.5)

Niemand hat so viele Twitter-Follower wie Katy Perry.

(Bild: Eva Rinaldi CC-BY-SA 2.0)

Twitter hatte im vierten Quartal des Jahres 2015 durchschnittlich 320 Millionen aktive User pro Monat (MAU). Das ist zwar ein Zuwachs von neun Prozent im Jahresabstand, entspricht aber einer Stagnation im Vergleich zum dritten Quartal 2015. Das geht aus den Daten hervor, die Twitter Mittwochabend veröffentlicht hat. Im nachbörslichen Handel verloren Twitter-Aktien drei Prozent an Wert und notierten zum Schluss mit 14,53 US-Dollar

Fast wurde damit der am Dienstag aufgestellte Tiefstwert der Firmengeschichte von 14,40 Dollar je Aktie eingestellt. Ein Teil der User nimmt via SMS an Twitter teil. Diese "SMS Fast Followers" sind hauptsächlich in ärmeren Ländern beheimatet und bringen kaum Werbeeinnahmen. Nimmt man sie aus der Statistik ist, schrumpft das Wachstum im Jahresabstand auf sechs Prozent.

Im Vergleich zum unmittelbaren Vorquartal gab es sogar einen Rückgang von 307 Millionen auf 305 Millionen "normale" MAU. Im Januar 2016 habe die Aktivität auf Twitter aber wieder zum Stand des dritten Quartals aufgeschlossen, heißt es in Twitters Mitteilung.

Auf der finanziellen Seite geht es bei Twitter aufwärts. Der Quartalsumsatz ist im Jahresabstand um annähernd die Hälfte auf gut 710 Millionen US-Dollar gewachsen. Gleichzeitig schrumpfte der Nettoverlust von 125 Millionen auf 90 Millionen Dollar (-28 Prozent).

Twitters neue Chief Marketing Officer Leslie Berland.

(Bild: Twitter)

463 Millionen des Umsatzes erwirtschaftet Twitter in den USA, die restlichen 247 Millionen Dollar in anderen Länder. Letztere weisen trotz des starken Dollarkurses ein leicht stärkeres Wachstum auf, als der Heimatmarkt.

Seit Kurzem hat Twitter übrigens mit Leslie Berland eine Marketing-Chefin. Ihre Anstellung ist Teil einer umfassenderen Neustrukturierung des Twitter-Managements.

Im laufenden Jahr will Twitter unter anderem die Sicherheit verbessern und sich um die Zuneigung von Entwicklern kümmern. Eine Rücknahme der API-Einschränkungen ist damit aber nicht gemeint. Vielmehr sollen die Entwickler Twitters Mobil-Entwicklungsplattform Fabric nutzen.

Auf gemeine Nutzer kommen noch mehr Änderungen zu. Aus Sicht des Twitter-Managements hemmt die übliche Syntax für Zitate (.@name) und Antworten (@name) die Nutzung und vertreibt User. Hier sind nicht näher spezifizierte Änderungen vorgesehen.

Dazu kommen viel, viel mehr Videos. Und bereits zuvor hatte Twitter angekündigt, alternativ zur chronologischen Reihenfolge auch eine Sortierung der Tweets nach "Relevanz" einzuführen. (ds)