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Zwei Zentimeter tiefer: Mars-Bohrinstrument HP³ kommt endlich wieder voran

Nach Monaten ohne Fortschritt hat es das deutsche Bohrinstrument HP³ geschafft, weiter in den Marsboden vorzudringen. Noch handelt es sich nur um Zentimeter.

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Das Bohrinstrument in seinem noch nicht sehr tiefen Loch

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

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Mit einem veränderten Vorgehen hat es das deutsche Bohrinstrument HP³ im Oktober nun endlich geschafft, weiter in den Marsboden vorzudringen. Unterstützt durch 220 Hammerschläge hat sich das Messinstrument seit dem 8. Oktober insgesamt um rund zwei Zentimeter weiter in den Boden vorgearbeitet, teilte die US-Weltraumagentur NASA nun mit. Deren Sonde Insight führt das Instrument des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit. Zwar sei der erzielte Fortschritt nur minimal, aber nach dem monatelangen Stillstand komme man endlich wieder voran.

Das Instrument gleicht einem großen Nagel und verfügt über einen eingebauten Hammer. Er zieht ein Kabel hinter sich her, das mit Temperatursensoren bestückt ist. HP³ wird liebevoll "Maulwurf" genannte und soll eigentlich in drei bis fünf Meter Tiefe vordringen und bis auf ein Tausendstel Grad Celsius genau die Temperaturen messen. Daraus lässt sich zum Beispiel schließen, wie sich das Innere des Roten Planeten entwickelt hat und ob er noch immer über einen heißen flüssigen Kern verfügt. Nachdem er im März losgegraben hatte, wurde er aber rasch gestoppt und kam dann einfach nicht weiter. Die Forscher haben inzwischen ermittelt, dass das Instrument lediglich 35 Zentimeter tief in den Boden vorgedrungen war.

Der Roboterarm drückt HP³ zur Seite und ermöglicht so das tiefer Vordringen. (Quelle: NASA/JPL-Caltech)

Wie sie erläutern, glauben sie, dass kein Hindernis den Weg versperrt, sondern der Boden unerwartet hart sei. Das Gerät finde an den Wänden nicht genügend Halt und hüpfe deshalb auf der Stelle, statt sich in die Tiefe zu graben. Mit einem Roboterarm sei deswegen nun das von seiner Hülle befreite HP³ an die Seite gedrückt worden und damit der nötige Widerstand gegeben worden. Nun müsse sich zeigen, wie weit HP³ mit diesem neuen Vorgehen vorankommt. Wenn der Roboterarm nicht mehr ausreicht, könnte beispielsweise Material auf die Sonde geschaufelt werden, um für Widerstand zu sorgen. Angesichts des Erfolgs fühlt sich etwa der beteiligte Forscher Troy Hudson aber schon einmal ganz "ausgelassen", wie er es ausdrückt.

Die im Mai 2018 gestartete NASA-Sonde Insight war am 26. November des vergangenen Jahres auf dem Mars gelandet und steht seitdem in der Ebene Elysium Planitia nördlich des Äquators. Nach dem Eintritt in die Atmosphäre war der Roboter mithilfe von Bremsraketen und einem Fallschirm in einem äußerst komplizierten Manöver von einer Geschwindigkeit von 19.800 Kilometer pro Stunde abgebremst worden. Mit mehreren wissenschaftlichen Instrumenten wie HP³ soll der Roboter den Mars untersuchen und vor allem mehr über den Aufbau des Planeten und die Dynamik unter seiner Oberfläche in Erfahrung bringen. (mho)