Zweifel an Beleg für Erderwärmung durch Kohlendioxid

Das "hockey stick"-Diagramm gilt als wichtiger Beleg für die Erderwärmung seit Beginn der Industrialisierung. Doch es kam offenbar durch unkorrekte Berechnungen zustande.

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Von
  • Sascha Mattke

Ein wichtiger -- und anschaulicher -- Beleg für den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur durch Kohlendioxid-Emissionen ist das so genannte "hockey stick"-Diagramm: Es zeigt, wie die Temperatur über Jahrhunderte kaum schwankt und erst ab Beginn des 20. Jahrhunderts, also mit Beginn der Industrialisierung, deutlich zu steigen beginnt. Doch dieses Diagramm ist offenbar durch falschen Umgang mit den zugrunde liegenden Daten zustande gekommen, schreibt der Physik-Professor Richard A. Muller in seiner neuen Kolumne für Technology Review aktuell.

Muller beruft sich auf eine Analyse der kanadischen Wissenschaftler Stephen McIntyre und Ross McKitrick. Diese hätten unter anderem festgestellt, dass die Autoren der "hockey stick"-Studie die so genannte Principal Component Analysis (PCA), ein Standard-Verfahren zur Analyse großer Datenmengen, falsch eingesetzt hätten. Auf diese Weise habe sich aus beliebigen Daten jeweils die berühmte Hockeyschläger-Kurve berechnen lassen -- und die Autoren hätten es versäumt, ihr Verfahren durch einen Test mit solchen Zufallsdaten zu überprüfen.

Muller geht nicht davon aus, dass durch die neue Analyse das Problem der Erderwärmung in der Neuzeit als nicht existent angesehen werden kann. Aber er weist darauf hin, dass es wichtig ist, sich von als falsch erwiesenen Erkenntnissen zu verabschieden: Wenn man weiter mit dem Hockeyschläger-Diagramm arbeiten würde, könne das dazu führen, dass eine mögliche leichte Abkühlung in den nächsten Jahren fälschlich als das Ende der Klima-Problematik angesehen werden könnte.

Siehe dazu in Technology Review aktuell: (sma)