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Zwickauer Cheater-Firma Bossland verliert gegen Blizzard: 8,6 Millionen US-Dollar Strafe

Die Firma Bossland ist aufgrund von Urheberrechtsverletzungen durch selbst entwickelte Cheat-Programme zu einer Strafe von rund 8,6 Millionen US-Dollar verurteilt worden.

Zwickauer Cheater-Firma Bossland verliert gegen Blizzard: 8,6 Millionen US-Dollar Strafe

Blizzard vs. Bossland; Bild aus dem Blizzard-Spiel Overwatch.

(Bild: Blizzard)

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Die Zwickauer Firma Bossland – ein Entwickler von Cheat-Programmen und Farming-Bots – muss an den US-Spielehersteller Blizzard wegen Urheberrechtsverletzungen in 42.818 Fällen eine Strafe in Höhe von 8,56 Millionen US-Dollar leisten. Dazu muss Bossland Gerichtskosten von rund 175.000 US-Dollar tragen. Dies geht aus dem Urteil des kalifornischen United States District Court vom 31. März hervor. Bossland darf laut dem Urteil seine Cheatprogramme Honorbuddy, Demonbuddy, Stormbuddy, Hearthbuddy und Watchover Tyrant weder vertreiben noch einsetzen oder weitere Software entwickeln, die Blizzards Lizenzbedingungen und deren Geistiges Eigentum verletzt.

Blizzard zufolge hat die Firma Bossland ohne Zustimmung Spiele über Reverse-Engineering für eigene Zwecke verändert. Dadurch war die Erstellung von kostenpflichtigen Schummel-Tools möglich, durch die Benutzer die Positionen, die Gesundheitspunkte und viele weitere Informationen von anderen Spielern aus großer Distanz sehen konnten, etwa in World of Warcraft und Overwatch. Das veränderte die Spielmechanik und führte dazu, dass rechtmäßige Spieler Nachteile erlitten. Und genau das wollte Blizzard nicht hinnehmen.

Das Overwatch-Cheat-Tool Watchover Tyrant ermöglichte es Nutzern, beispielsweise die Lebenspunkte von Gegnern aus großer Distanz zu sehen.

(Bild: The Buddy Forum)

Wie die Spieleindustrie selbst wächst auch der Markt für Cheat-Tools und automatisierte Bots. Hierbei ist die deutsche Firma Bossland einer der Vorreiter dieser zwielichtigen Branche. Firmen wie Bossland können für Spielehersteller zu einer wirtschaftlichen Gefahr werden – jeder unzufriedene Spieler ist ein Risiko. Bossland ist bekannt als Anbieter der vergleichsweise erfolgreichen Bot-Programme Honorbuddy und Gatherbuddy für World of Warcraft; mit Demonbuddy gibt es auch ein Cheat-Tool für das im Jahr 2012 erschienene Hack-n-Slay-Rollenspiel Diablo III. Bots sammeln etwa automatisch Gold und erlauben Spielern ohne weitere Aktionen, schnell starke Ausrüstungsgegenstände zu kaufen.

Schon im Juli 2011 landete eine Klage vor dem Landgericht Hamburg, im Juni 2012 erwirkte Blizzard eine einstweilige Verfügung gegen den Vertrieb des Diablo-III-Bots. Den Richtern des Landgerichts Hamburg zufolge sei es doch ziemlich offensichtlich, dass die Attraktivität eines Online-Spiels darunter leide, wenn Mitspieler entgegen den Spielregeln Bots einsetzten und damit das Spiel verfälschten; dies wiederum beeinträchtige den Ruf des Spiels und schrecke mögliche Käufer ab.

Blizzard wiederum untersagt in seinem Battle-Net-Nutzungsbedingungen den Gebrauch von "Automatisierungssoftware (Bots), Hacks, Mods oder jedwede sonstige nicht autorisierte Fremdsoftware, die der Veränderung des Service, eines Spiels oder eines Spielverlaufs dient, herzustellen oder zu nutzen".

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