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Zyklus-Apps senden sensible Daten an Facebook

Apps, mit denen viele Frauen ihren Zyklus kontrollieren, haben Daten an Facebook gesendet – etwa, wann die Nutzerinnen zuletzt Sex hatten.

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(Bild: Screenshot_mia.health)

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Die Apps "MIA Fem" und "Maya" werden von vielen Frauen genutzt, um ihre Periode, mit dem Zyklus einhergehende Symptome und etwa den Eisprung im Blick zu haben. Genau diese Daten wurden über das eingebaute Software-Development-Kit (SDK) von Facebook an das Unternehmen weitergeleitet.

Die Apps sollen schon vor der Zustimmung zu den Nutzungsregeln Daten mit Facebook teilen, heißt es in einem Bericht von Privacy International. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Nutzer bei Facebook angemeldet ist – oder überhaupt ein Konto hat. Zu den Informationen, die dadurch weitergegeben werden, kann etwa das generelle Befinden gehören, Wissen über Hautprobleme, Schmerzen, Krämpfe und eben auch, wann die Person zuletzt Geschlechtsverkehr hatte.

Genutzt werden die Daten, um personalisierte Werbung auszuspielen. Buzzfeed hat den Bericht vorab bekommen und die Entwickler von "MIA Fem" um ein Statement gebeten, dieses sei jedoch zurückgezogen worden. Plackal Tech, von denen die App "Maya" stammt, erklärten auf Nachfrage, Nutzer könnten das Problem mit der Premium-Mitgliedschaft umgehen.

Durch den Einsatz von Facebooks Marketing-Pixel sind kürzlich ebenfalls sensible Daten von Blutspendern an das soziale Netzwerk übermittelt worden. Ein Facebook-Sprecher hatte daraufhin erklärt, dass es für die Verwendung des Pixels klare Regeln für Werbetreibende gebe: "Es dürfen keine sensiblen Nutzerdaten wie Informationen zur Gesundheit oder Finanzen an uns geschickt werden." (emw)