Ärger um Firefox-EULA

Die Ubuntu-Entwickler empören sich über ein End User License Agreement (EULA), das die jüngste Firefox-Version anzeigt. Eine Einigung ist allerdings schon in Sicht.

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Von
  • Oliver Diedrich

Irritationen hat die aktuelle Vorabversion des kommenden Firefox-Release 3.0.2 ausgelöst, die beim ersten Start ein End User License Agreement, kurz EULA, präsentiert. Bislang kennt man Regelungen dieser Art, die Benutzern haarklein und meist juristisch verklausuliert erklären, was sie mit der frischen Software tun dürfen, nur von proprietärer Software – und selbst dort ist ihre Gültigkeit zumindest umstritten.

Die Änderung hat einen Proteststurm unter Ubuntu-Entwicklern ausgelöst, die sowohl den Sinn der EULA – schließlich steht Firefox als Open Source unter der Mozilla Public License (MPL), die dem Nutzer weit gehende Rechte einräumt – als auch die Art der Präsentation und die juristische Formulierung des Texts kritisieren. Mittlerweile steht die Forderung im Raum, ganz auf Firefox zu verzichten und eine eigene Variante ohne EULA unter eigenem Namen in die Distribution zu integrieren. Ähnlich war vor zwei Jahren das Debian-Team vorgegangen, als man sich in Lizenzfragen nicht mit der Mozilla Foundation einigen konnte – der Debian-Firefox heißt jetzt Iceweasel und enthält eigene Logos, um die Mozilla-Markenrechte nicht zu verletzen.

Ubuntu-Mäzen Mark Shuttleworth mahnt in der Debatte allerdings zur Besonnenheit: Er möchte Firefox in Ubuntu lassen und setzt darauf, dass man sich mit der Mozilla Foundation einigen wird. Mitchell Baker, Chefin der Mozilla Foundation, hat in ihrem Blog bereits eingeräumt, dass der aktuelle Text in der EULA ein Fehler ist und geändert werden muss. Man nehme die Kritik sehr ernst und arbeite an einer Lösung, erklärte sie. Inzwischen wurde der Text der Lizenzvereinbarung angepasst.

Siehe dazu auch:

(odi)